Der Anti-Theatermacher
Es ist müßig, wie David Barnett den Nachweis führen zu wollen, dass Rainer Werner Fassbinders Bedeutung als Theaterregisseur ebenso bedeutend gewesen sei wie die als Filmemacher; zumal der englische Theaterwissenschaftler dann noch glaubt, Fassbinders wesentlichen Beitrag zum deutschen Nachkriegsdrama nicht nur in den Stücken selbst nachweisen, sondern auch «in den unorthodoxen Regiestilen, derer er sich bediente», finden zu können.
Tatsächlich ist Fassbinder nur eine marginale Gestalt in der Geschichte des deutschsprachigen Theaters geblieben, wenn auch viele Trittbrettfahrer und Epigonen seines Werks und Wirkens nach seinem Tod in Stadttheatern seinem «textuellen Vermächtnis» Projekte abzugewinnen versuchen. Wenn auch viele seiner Stücke immer wieder aufgeführt werden, sind es doch mehr die Filme Fassbinders und deren Drehbücher, die von Theaterregisseuren für ihre Zwecke adaptiert werden.
Abgründig und liebevoll
Nur ganz wenige Inszenierungen führen zu einem herausragenden Ergebnis, wie Thomas Ostermeiers Bühnenfassung von «Die Ehe der Maria Braun» 2007 in den Münchner Kammerspielen oder zuletzt Martin Kusejs Inszenierung von «Die bitteren Tränen der Petra von Kant» am ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Magazin: Fassbinderforschung, Seite 70
von Klaus Völker
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Franz Wille Selma Spahic, woher kommen Sie?
Selma Spahic Meine Eltern sind Bosniaken, und ich wurde 1986 in einer kleinen Stadt an der Grenze zwischen Bosnien und Serbien geboren. Foca war auch die erste Stadt, die bei Kriegsbeginn von der serbischen Armee besetzt worden ist. 1992 bin ich mit meinen Eltern erst nach Serbien, dann nach Kroatien geflohen. Drei Monate...
