Das Wunder der Rose
Showtime, Swingtime, Steptime. Gleich könnten Fred Astaire, Ginger Rogers, Cyd Charisse und Gene Kelly hereintänzeln. Dann aber erscheinen ein Mister Pink (Henry Meyer) und eine ballettöse Madame Cécile (Elisabeth Kopp), die wir lieber Mademoiselle nennen würden, wenn sie mit leichter Hand das Wunder der Rose vollbringt. Um sie her, im Malersaal des Theaters Oberhausen, stehen Requisiten – Schminkspiegel, Schrankkoffer, ein flitternd roter Vorhang – und lassen die Szene als ambulantes Theater auf dem Theater erkennen (Bühne: Christina Mrosek).
Das französische Volksmärchen von der «Schönen und dem Biest», durch Cocteau und Jean Marais in fantastisches Zelluloid-Schwarzweiß verzaubert, wird in der Adaption von Lucy Kirkwood & Katie Mitchell eingefasst von einer Rahmenhandlung, die die nostalgische Spielweise gleichermaßen rechtfertigt wie als obsolet geworden betrauert.
Das Moritaten-Paar, das seine ramponierte, aus dem Leim gegangene Vorstellung schon tausendfach gegeben hat und sich zu den Feenwesen zählt (man könnte auch sagen: zum Fahrenden Volk, zu den Gauklern, den «ein wenig Flüchtigern noch als wir selbst»), erhält die Kündigung. Zu altmodisch – kein Einsatz von Video. ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Andreas Wilink
Der junge Mann ist wie aus dem Ei gepellt. Blütenweißer Anzug, einen Knopf zu weit geöffnetes Hemd, ein Hauch von Glanz am federnden Hosenbein. Die Zeiten der körperlichen Arbeit sind vorbei. Wo die türkischen Väter noch Paletten vom Großmarkt in den Gemüseladen schleppten, deklamieren die postmigrantischen Söhne zum spöttischen Zeitvertreib Kants «Kritik der...
Martin Crimp
IN DER REPUBLIK DES GLÜCKS
In the Republic of Happiness
Deutsch von Ulrike Syha
© Das Recht der deutschsprachigen Aufführung ist nur vom Rowohlt Theater Verlag, Hamburger Straße 17, 21465 Reinbek zu erwerben
IN DER REPUBLIK DES GLÜCKS
Ein unterhaltsamer Abend in drei Teilen:
1. ZERSTÖRUNG DER FAMILIE
2. DIE FÜNF GRUNDFREIHEITEN DES...
Eigentlich dürfte Martin Crimps «In der Republik des Glücks» gar nicht so schwer zu inszenieren sein, gerade wenn man von höherer Regiekunst mal absieht. Der erste Teil ist eine Fingerübung in schwarzer Komödie: Eine reizende Familie sagt sich beim trauten Weihnachtsessen so ziemlich alles, was sie noch nie von sich hören wollte. Was natürlich einen respektablen...
