«Das war noch nicht der Schlussblack!»
An fahrbaren Infusionsständern trippeln und schlurfen ein paar alte weiße Männer. Erinnerungsfetzen liegen in der Luft. Ein überlebensgroßer schwarzer Mistkäfer tritt auf und rollt eine Dungkugel hinter sich her. Der Käfer gehört zum Unterhaltungsprogramm, sein Gesang handelt vom Kreislauf des Lebens. Die Pflegerin, die den Käfer gespielt hat, zieht ihr Kostüm aus und verabschiedet sich.
Von wem oder was werden die alten weißen Männer gepflegt, wenn die letzte menschliche Pflegerin ihren Dienst quittiert? Wer pflegt die deutsche Kultur, wenn Burschenschaften der Vergangenheit angehören? Sind die alten weißen Männer die letzten ihrer Art? Was ist passiert? Welche Verwandlung hat stattgefunden? (Kafka lässt grüßen!) Ist das Schreckensszenario der Pegidisten eingetroffen, hat der «große Austausch» des Volkes längst stattgefunden? Was, wenn sich keiner mehr an den letzten deutschen Volksaufstand der 10er Jahre des 21. Jahrhunderts erinnern können wird?
«PEAK WHITE – Wirr sinkt das Volk» geht Ängsten und Feindbildern nach und versucht, unsere Gegenwart aus der Zukunft zu betrachten. Dabei blitzen auch Momente der Vergangenheit auf. Auf der Suche nach Heimat, Identität und ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 177
von Holger Schultze und Jürgen Popig
Und wenn ich mich trotzdem vermehren will? Sie hat die Schnauze voll von scheiternden Beziehungen und den endlosen Was-wäre-wenn-Gesprächen und Selbstbefragungen, die irgendwann einmal zu der Zeugung eines gemeinsamen Kindes führen könnten. Sie entscheidet sich, eigenständig zu handeln.
Und trifft auf den Arzt, einen erfolgreichen Reproduktionsmediziner, der legale...
Es muss eine desillusionierende Erfahrung gewesen sein für die sieben Wichtigkeitsbeauftragten der deutschen Theaterkritik, als sie auf der Suche nach den bemerkenswertesten Inszenierungen auf die Probleme des schieren Überlebens stießen. Der Theatertreffen-Juror Bernd Noack hat im Maiheft dieser Zeitschrift beschrieben, wie er auf dem Weg in die Mittel- bis...
Manche Freiheiten sind für uns so selbstverständlich, dass wir kaum noch über sie nachdenken. Die Kunstfreiheit etwa sehen wir als selbstverständliche Grundlage unserer Arbeit – und nicht als Privileg, das nicht allen Menschen im gleichen Maße zuteil wird. Wir sollten dieses Privileg deshalb besonders schützen und nutzen. Denn mit jeder Freiheit geht auch...
