Wessen Freiheit?

Was darf die Kunst? Antworten von Simone Dede Ayivi

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Manche Freiheiten sind für uns so selbstverständlich, dass wir kaum noch über sie nachdenken. Die Kunstfreiheit etwa sehen wir als selbstverständliche Grundlage unserer Arbeit – und nicht als Privileg, das nicht allen Menschen im gleichen Maße zuteil wird. Wir sollten dieses Privileg deshalb besonders schützen und nutzen. Denn mit jeder Freiheit geht auch Verantwortung einher – besonders denjenigen gegenüber, die weniger frei sind als man selbst.

Auch, wenn das Grundrecht erst einmal für alle gilt, sind in der Praxis – auch in Deutschland – manche Künstler_innen freier als andere. 

Kunst ist zwar nicht der Zensur unterworfen – aber gesellschaftlichen und ökonomischen Zwängen, wie alles andere auch: Wer sich künstlerisch wie frei ausdrücken kann, das hat oft mehr mit äußeren Bedingungen zu tun als mit dem eigenen Mut oder den eigenen künstlerischen Fähigkeiten. 

 

Gesellschaftliche Hierarchien werden in der Kunstproduktion nicht außer Kraft gesetzt. Auch hier greifen Unterdrückungsmechanismen. Wir sollten ein Bewusstsein dafür entwickeln, wer sich wie ausdrücken kann und darf. Wer überhaupt die Möglichkeiten hat, sich künstlerisch zu betätigen – und unter welchen Bedingungen. Nicht ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 93
von Simone Dede Ayivi

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