Das Leben für die Kunst

Das Rauchverbot trifft die Theater am sensibelsten Ort: in der Kantine

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Ab 1. Januar wird im deutschen Theater nichts mehr sein, wie es war. Die einschneidendste Maßnahme seit der Erfindung des Regietheaters bedroht viele Bühnen in ihrer Substanz: ein allgemeines Gaststätten-Rauchverbot wird die eigentlichen Denk- und Kommunikationszentralen der Häuser lähmen. Was soll der Künstler noch in der Kantine, wenn er dort keine Zigarette anfassen darf? Natürlich – Rauchen gefährdet die Gesundheit, steigert das Krebsrisiko, verengt die Herzkranzgefäße, lässt die Haut schneller altern und wirft Falten ins Gesicht. All das ist schon seit längerem bekannt.

Trotzdem haben Generationen von Schauspielern, Dramaturgen, Regisseuren und Technikern keine Gefahr gescheut und bedenkenlos ihr Leben und ihre Schönheit in die Waagschale geworfen auf der Suche nach Ideen, Entwürfen, Visionen.

Wie soll man vor der Probe ohne den nötigen blauen Dunst einen klaren Gedanken fassen? Wie eine Hauptprobe ohne Zigarette überstehen? Wie die vielen Stunden nervenraubenden Herumsitzens bis zum nächsten Auftritt überdauern? Und wie glaubt der Gesetzgeber eigentlich, dass künstlerische Konzepte entstehen? Bei Mineralwasser? Im Spaßbad?? Unter Joggern???

An die Theatergeschichte darf man ...

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Theater heute Januar 2008
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille

Vergriffen
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