Das kostbarste Ei
Theater heute Lieber Wolfram Lotz, Paragraph 12 ihres Manifests im Jahrbuch 2014 lautete: «Im Theater ist das Gelingen des Lebens der Arbeitenden von Bedeutung, aber nicht nur dort.» Was sind die Bedingungen für das gelingende Leben eines Theaterautors?
Wolfram Lotz Ich befürchte, es gibt kein gelingendes Leben als Theaterautor, man kann als Theaterautor vermutlich höchstens eine gelingende Zeit haben.
Wichtig ist, dass das, was geschrieben wird, für sich schon seine Berechtigung hat, es nicht davon abhängig ist, ob sich ein Theater erbarmt oder nicht. Ich wohne in der Literatur, aus der Hütte kann mich keiner rausschmeißen. Aus dem Theater dagegen wird man als Autor wohl wieder rausgeschmissen, vermutlich sogar sehr schnell. Deshalb scheint es mir wichtig zu sein, das Schreiben nicht noch an den Rhythmus des Theaters anzupassen, zum Beispiel in Form von Schreibaufträgen. Ein Text ist fertig, wenn er fertig ist, und nicht, wenn Abgabe ist, und er muss weggeschmissen werden, wenn er weggeschmissen werden muss. Und wenn das zu Sagende nicht auf die Bühne will, plötzlich, sondern woanders hin, dann soll es woandershin, z.B. in einen Gedichtband oder in eine Erzählung. Und wenn ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Autor des Jahres, Seite 142
von Theater heute
Wer mit Ungeheuern kämpft», schrieb Nietzsche, «mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.» Von den Monstern unseres Energiezeitalters und der Liebe zwischen einer Biene und einem Wal erzählt Roland Schimmelpfennig in seinem 2013 in Tokyo uraufgeführtem Stück.
Ein kleines Hotel am Hafen. Jede Woche treffen sich hier drei Paare und mieten sich für ein...
«It’s not because I’m old
It’s not the life I led
I always liked it slow
That’s what my momma said»
Leonard Cohen
In Bremen höre ich das Nordwestradio, es ist neu aufgestellt, es war mal der Kultursender hier bei Radio Bremen. Jetzt soll er immer seichter und kommerzieller geworden sein, so sagt man hier in Bremen, ich finde das nicht, aber sie spielen immer noch...
Ein Schlüsselstein der neuen Basler Dramaturgie ist Darja Stockers neues Stück. Mit «Nirgends in Friede. Antigone» befragt die Schweizer Dramatikerin einerseits das Narrativ des antiken Mythos neu, andererseits dient ihr die sophokleische Tragödie auch als metaphorische Folie, um die Herrschaftslogik der gegenwärtigen Welt- bzw. Europapolitik in Frage zu stellen....
