Das Ersatztheater boomt
Jahr für Jahr finden auf deutschsprachigen Bühnen mehr Ur- und Erstaufführungen neuer dramatischer Werke statt, allerorten veranstalten selbst kleinere Stadttheater Festivals mit neuen Stücken. An manchen größeren Häusern hat sich das schöne Modell der Hausautorenschaft etabliert. Dennoch gibt es in Autoren- und Verlegerkreisen größere Unzufriedenheiten mit der Entwicklung im Bereich «Neue Dramatik». In Berlin etwa formierte sich gerade eine Initiative namhafter TheaterautorInnen. Ihr Anliegen ist es, auf die prekäre Situation von Theaterautoren aufmerksam zu machen.
Sie beklagen beispielsweise zu geringe Tantiemen und mangelndes Nachspielen ihrer Stücke und fordern eine Klassikerabgabe, die zeitgenössischen Autoren zugute kommen soll. Wird hier «auf hohem Niveau gejammert», oder gibt es nachvollziehbare Gründe für dieses vorsichtige Aufbegehren der Autoren?
Stagnation: Mehr Uraufführungen – weniger Vorstellungen
«Erfreulich ist der Zuwachs an Ur- und Erstaufführungen auch im vergangenen Jahr» – so und ähnlich verkündet der Deutsche Bühnenverein seit Beginn der 90er Jahre jährlich die Entdeckungsfreude deutschsprachiger Theater, wie er sie auch in seiner Werkstatistik «Wer ...
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Eigentlich liefern sie doch besten Komödienstoff, die deutschen Frauen um die 30. Sie reisen wie Marion (Fritzi Haberlandt), frisch promoviert in Kunstgeschichte, allein mit dem Rucksack nach Venedig, laufen dort ihren Eltern in die Arme und müssen feststellen, dass sie noch immer vor allem Töchter sind. Oder: Sie besuchen wie Caro (Karina Plachetka) ihre beste...
In diesem «Ödipus» geht ein gezackter, mit Glas oder Plexiglas bedeckter Graben durch den Zuschauerraum (Bühne Karl-Ernst Herrmann). Wie ein Blitz des Zeus! Ob der tatsächlich mit Licht gefüllt wird? Oder Blut?
Die Zuschauerrampe ist schwarz und steil abfallend, die Bühne steht auf einem Metallgerüst, das wiederum im Wasser steht, und ist schwarz und steil...
Wellmade Plays hat die 24-jährige Gerhild Steinbuch aus Mödling bei Wien nie geschrieben; knackige Dialoge oder spannende Situationen sind nicht ihr Ding. Ihre Figuren sind so fragil gezeichnet, dass sie kaum zu fassen sind; ihre Sprache ist so verknappt, dass man den Subtext schon sehr genau mitlesen muss. Das macht einerseits die Faszination aus, die von diesen...
