Bonn: Schauspiel Bonn, Werkstatt
Bobby will Wahrheit. Als er sie kennt, ist sie wertlos für ihn. Bobby wird von seiner Schwester Betty gerufen, um mit ihr eine Hütte im Wald auszuräumen. Warum das nötig ist, dafür gibt sie verschiedene Gründe an. Am Ende stellt sich heraus, dass die erfolgreiche Collegedekanin einen Liebhaber, einen ihrer Doktoranden, umgebracht hat, weil er andere Frauen attraktiver fand als sie. Als Bobby diese Wahrheit kennt, lässt er allen moralischen Hochmut fahren und hilft seiner Schwester bei der Vertuschung.
Schon mehrere kleine LaBute-Stücke wurden in Bonn ur- oder erstaufgeführt.
Sein neuestes Werk ist wieder eine Studie über die Abgründe im rechtschaffenen Milieu. Ihn treibt, wie er sagt, ein «gesundes Interesse an der Sünde», und die Wahrheit ist für ihn der schrecklichste Ort von allen. «Tief im dunklen Wald» zeigt Brüderlein und Schwesterlein im Hexenhaus. Die erwachsenen Kindlein sind keineswegs unschuldig. Betty ist eine perfide, lügnerische Mörderin aus gekränkter Selbstüberschätzung, Bobby ein notorischer Schläger und heuchlerisches Mitglied der «moralischen Mehrheit».
LaBute verwendet eine schlichte Krimi-Dramaturgie. Versteckte Hinweise überall, erst im Rückblick nimmt man ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Gerhard Preußer
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Der Trojanische Krieg dauerte zehn Jahre. Auch Matthias Hartmanns Inszenierung «Das Trojanische Pferd» hat Überlänge. Im Unterschied zu der Aufführung im Kasino des Burgtheaters kann man vom Trojanischen Krieg zwar nicht so genau sagen, ob er überhaupt stattgefunden hat. Aber die Griechen hatten wenigstens ein Motiv.
Das Kasino hat der Burgtheaterdirektor zu seiner...
Es war einmal, und es war nicht immer nur schön. Auf jeden Fall aber konnte der Nachwuchs sich damals noch selbstbestimmt den Arm brechen, und die Eltern fielen erst Wochen später in Ohnmacht, wenn der Kleine sich verplappert hatte: Okay, okay, der hat sich doch tatsächlich mit seinen Freunden in diesen Höhlen oben im Berg rumgetrieben, tagelang und obwohl die doch...
