Bereitschaft für das Jetzt

Frischer Wind in den Amphitheatern: Seit 2006 leitet der Choreograf Yorgos Loukos das traditionsreiche Athen- und Epidauros-Festival und hat die Sehgewohnheiten des griechischen Theaterpublikums umgekrempelt

Theater heute - Logo

Das Athen- und Epidauros-Festival gibt es seit 1955. Es wurde nach Krieg und Bürgerkrieg gegründet. In dem berühmten Amphitheater aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. in der Nähe des Städtchens Epidauros auf dem Peloponnes wurden die klassischen Tragödien gespielt und im Odeon Herodes Attikus, Herodeon genannt, dem antiken Theater unterhalb der Akropolis, vorwiegend Konzerte großer Orchester und berühmter Sänger. Es war ein ganz auf die Klassik im provinziellen Zuschnitt konzentriertes Festival, zu dem eingeladen wurde, wer in Griechenland gute politische Beziehungen hatte.

«Es hatte etwas Moribundes, war sehr griechisch national auf sich bezogen. Ich bin nie hingegangen», erinnert sich der junge Regisseur Simos Kakalas.

Yorgos Loukos, der mit 18 nach Frankreich gegangen war und seit 1984 die Tanzkompanie der Opéra de Lyon leitet, kam für die Athener aus dem Nichts. Als er das Festival 2006 übernahm, machte er es noch im gleichen Jahr zu einem internationalen, zeitgenössischen und künstlerisch kuratierten Festival und zu einem enthusiastisch besuchten Athener Event. «Auf einmal konnte ich in der Festivalzeit hier alles sehen, wofür ich vorher nach Paris zum Festival d’automne fahren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2015
Rubrik: Ausland, Seite 46
von Stephanie Carp

Weitere Beiträge
Vorschau · Impressum

Burkina Faso ist neuerdings nicht mehr der Hort politischer Stabilität, den der gerade gestürzte Präsident Blaise Compaoré fast 20 Jahre um den Preis bitterer Armut garantiert hatte. Und wie geht es dort dem Theater, u.a. auch Christoph Schlingensiefs Operndorf?

Thomas Wodianka aus dem weiß-blau-oberbayrischen Schrobenhausen
hat mit Meg Stuart getanzt, mit...

Kein Entkommen

«Liquidation», erschienen 2003, der letzte der großen Romane von Imre Kertész, auch wenn er in der Buchausgabe nur 142 Seiten umfasst, enthält Teile eines Theaterstücks. Dieses Stück ist die wich­tigste Hinterlassenschaft von B., einem «Schrift­gelehrten», wie es einmal heißt, der sich im Jahr 1999 in Budapest das Leben genommen hat. Eigentlich aber ist das Stück...

Im Blumengarten

Er denke noch daran, wie schön sie es doch hatten, trotz allem, sagt der alte Mann, bevor er die Schlinge festzieht und springt. Das gute Leben für ihn, seine Frau und den Sohn hat er am Ende freiwillig mit dem eigenen Leben bezahlt. Man wollte nicht in einer Plattenbaubruchbude am Stadtrand wohnen, man wollte Auslandsreisen machen, der Sohn sollte studieren...