Autobiografie: Die Mitterer-Saga

Der Tiroler Dramatiker und Drehbuchautor Felix Mitterer hat seine Memoiren geschrieben

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In einem Innsbrucker Linienbus fahren jeden Abend zwei junge Schauspieler zur Arbeit. Der eine spielt in Felix Mitterers «Kein Platz für Idioten» einen behinderten Jungen; die andere gibt die «zruckbliebene» Beppi in «Stallerhof» von Franz Xaver Kroetz. «Zwei Deppen also in einem Bus», erinnert sich Mitterer, selbst einer der beiden Deppen – er war in seinem Debütstück 1977 auch der Hauptdarsteller.

«Kein Platz für Idioten» lief in der Volksbühne Blaas, einem semiprofessionellen Wirtshaustheater im Obergeschoss eines «Wienerwald»-Restaurants; «Stallerhof» stand im Theater am Landhausplatz auf dem Spielplan, der damals einzigen Off-Bühne der Stadt. «Es war mir bewusst, dass Kroetz das größere und gewiss auch radikalere Kunstwerk geschrieben hatte, aber, so behaupte ich, mit der geringeren Wirkung», schreibt Mitterer heute. «Dort im Alternativtheater saßen die Studenten, die Intellektuellen, die ohnehin und von vorneherein der Meinung des Autors waren. Hier aber, an der Volksbühne, waren die Besucher ganz normale Menschen, mit ganz normalen Vorurteilen.»

51 Stücke, 30 Drehbücher, 700 Namen 

Der junge Depp im Bus hatte das Schlimmste bereits hinter sich: seine Kindheit. Seine ...

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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Wolfgang Kralicek

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