Aus der Karaokewelt

Nichts Neues unter der Sonne? In Düsseldorf will man sich damit nicht ohne Weiteres abfinden und gibt neue Stücke in Auftrag: Juli Zehs «Good Morning, Boys and Girls» und Martin Heckmanns’ «Hier kommen wir nicht lebendig raus. Versuch einer Heldin» planen mehr oder weniger desaströse Ausbrüche

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Wie sitzt man richtig? Irgendwie wenigstens ein bisschen anders als die anderen? Hektisch windet sich Ira auf ihrem Klapp­stuhl auf der Suche nach der richtigen falschen Positur, angemessen nonkonform. Ein aussichtsloses Unterfangen, dem sie auch ihre Stimme unterwirft: hoch oder doch lieber tiefergelegt? Prononcierte Endungen oder cooles Verschleifen? Oder doch nur ausgestanztes Runterbeten 1000-mal gesagter Sätze? Alles schon mal dagewesen: So könnte die Kollektivüberschrift heißen, die die beiden letzten Uraufführungen am Düsseldorfer Schauspielhaus zusammenbindet.

Kein Entkommen aus den Mustern, die die Elterngeneration ausgelegt, die Medien millionenhaft vervielfältigt und verbreitet haben. Ira, die Heldin in Martin Heckmanns’ «Hier kommen wir nicht lebendig raus», und Jens, Protagonist in Juli Zehs «Good Morning, Boys and Girls» versuchen es trotzdem, der Junge im großen Killertraum vom Amoklauf, das Mädchen in der Verweigerung aller bürgerlichen Rollenangebote.

 

Juli Zehs Klischeevermeidung

16 ist Juli Zehs prototypischer Amokläufer, und neutraler als Jens kann man kaum heißen. Einerseits. Andererseits bleibt diese Neutralität nicht unkommentiert: Sie erweist sich in ihrer ...

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Theater heute Juni 2010
Rubrik: Aufführungen, Seite 33
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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