I will always love you

Das Performancekollektiv She She Pop verwandelt seit zwölf Jahren Fragen, die sie auch privat bewegen, in Theater. Mit ihrer jüngsten Produktion «Das Testament» ist ihnen das besonders geglückt

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Normalerweise münden die seltenen Theater­besuche mit meinem Vater direkt in die Regietheaterdebatte. Er findet es schrecklich, dass Theatermacher nicht mehr nach der Intention des Autors suchen, sondern ihre eigene Sicht (die im Wesentlichen aus brüllenden Nackten besteht) fremden Texten überstülpen. Ich da­gegen finde es schrecklich, dass er seine pauschale Behauptung mantrahaft wiederholt und sich der Chance beraubt, neue Sichtweisen zuzulassen. Mein Vater liebt dieses Streitritual mit den immer gleichen Argumenten und stürzt sich jedes Mal mit frischem Furor hinein.

Als ich ihn frage, ob er mit mir zu einer Performance über Väter und Töchter kommt, zögert er keine Sekunde – auch dann nicht, als ich ankündige, dass die Gruppe «She She Pop» und der Abend «Das Testament» heißt.

 

Voller Einsatz

She She Pop gehören neben Showcase Beat Le Mot und Gob Squad (mit denen es auch personelle Überschneidungen gibt) zu den Performancekollektiven, die Ende der 90er Jahre aus der Gießener «Unglücksschmiede» (FAZ) für Angewandte Theaterwissenschaft hervorgingen. Die Generation der heute um die 40-Jährigen ließ sich damals von der britischen Life Art inspirieren und hatte keine Scheu, sich ...

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Theater heute Juni 2010
Rubrik: Freie Szene, Seite 22
von Eva Behrendt

Vergriffen
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