Aufbau West

Roland Schimmelpfennig «Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum» (U, Kammerspiele)

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Man kann sich das so vorstellen: In der Nacht von Sonntag auf Montag wird es eng auf
der A5. Baukolonnen aus dem Osten reisen an, um in der Frankfurter City die Patrizierhäuser wohlhabender Bürger zu sanieren. Ricki, Uli und Rudi zum Beispiel sollen die immobile Erbschaft eines jungen Wessis auf Vordermann bringen. Im Moment allerdings geht es nicht so recht voran.

Die drei Cottbuser sitzen rum, und man weiß nicht, machen die nun gerade eine der branchenüblichen Bierpausen, oder trauern sie um ihren Kumpel Marek, der da plötzlich in der Wand verschwunden ist?

«Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum» könnte eine große Gewährleistungsoper sein, schließlich wurde irgendwo eine undichte Muffe verarbeitet, die die Frage aufwirft: Schim-
melt das Haus noch, oder verfault es schon? Das sind so die existenziellen Fragen im Baugewerbe, die der Regisseur Christoph Mehler in der Frankfurter Uraufführung bearbeitet, als sei man in einer Dokufiktion gelandet. Die Bühne ist tatsächlich eine Baustelle und Viktor Tremmel ein Ricki, der genüsslich eine Wand verputzt. Es dauert lange bis zum ersten Wort, aber auch dann merken die zwei anderen kaum auf. Irgendwann wälzt dann allerdings auch Oliver ...

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Theater heute Juni 2011
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger

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