Auf Gegenseitigkeit

Felicia Zeller: «Gespräche mit Astronauten»

Theater heute - Logo

Es gibt diese Filme, die starten mit dem Blick aus dem Weltall auf die Erde, eine blaue, sich im Unendlichen drehende Kugel. Dann beginnt die Kamerafahrt, und die Erde kommt näher, wir können Ozeane und Kontinente unterscheiden, als nächstes sieht das aus wie ein Google-Bild, wir nähern uns einem Land, einer Region, einer Stadt, einer Straße, einem Haus, und endlich beginnt die Geschichte. Hier oder dort, bei Ihnen oder mir. Egal.

 

 

Felicia Zellers neues Stück «Gespräche mit Astronauten» weitet sich zu diesem fernen Blick auf unsere Erde erst ganz am Ende, wenn Thomas, ein Astronaut, nach erfolgreich absolviertem Flug ins All die ganze Welt Fähnchen-schwenkend grüßt und dazu ebenso ergreifende wie leider auch ziemlich plattitüdenhafte Sätze über die Erde als «Mutterraumschiff mit einer endlichen Atmosphäre» in die Mikrofone der Pressevertreter spricht. 

 

Thomas ist der Vater von Peter, einem kleinen Jungen irgendwo in Deutschland. Dieser Junge sieht seinen Vater nur sehr selten, weil so ein toller Beruf wie Astronaut zwangsläufig auch gewisse Nachteile beinhaltet. Zum Beispiel den, dass dieser Vater sehr selten und immer nur sehr kurz zu Hause ist. Wenn er dann mal nach langer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Stücke der neuen Spielzeit, Seite 182
von Josef Mackert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kugelschreiber und Sinnlos

Versuch über einen Zustand für drei Spielerinnen und zwei Spieler», so lautet der Untertitel des diesjährigen Gewinnerstücks des Retzhofer Literaturpreises, das in der nächsten Spielzeit am Schauspiel Chemnitz uraufgeführt wird. Die Versuchsanordnung: eine baufällige Showtreppe inmitten einer wild verwahrlosten Wiese, einer Industriebrache, eine «blühende...

Herr K. und Herr K.

Die höchst produktive Schizophrenie des Andreas Kriegenburg ist jetzt schon neun Jahre alt. Sie brach im Jahr 2000 aus. Da sollte er am Wiener Burgtheater «Dantons Tod» inszenieren, kombiniert mit Heiner Müllers «Auftrag», ein Revolutions-Spektakel, und war sich plötzlich vollkommen sicher, wie die Bühne dazu auszusehen hatte: Drei Wände, die nach einem Vorspiel...

1989 – Glückliche Tage

«Oh les beaux jours», meint Winnie rückblickend und haut ihrem Willie aufs Hirn, weil der nicht antwortet, während sie selbst im Sand versinkt. Was Willie aber nicht weiter krumm nimmt.

20 Jahre später sind die versprochenen blühenden Landschaften des neuen Deutschland an manchem Sandhügel angelangt, und die unverbrüchliche Zuneigung zwischen Winnie-Ost und...