Applaus in Wunderbarhofen
Seit 35 Jahren bin ich Schauspieler: Ich habe mit jeder Form von Gastspielen, Theatern auf Reisen und Tourneen Bekanntschaft gemacht und kann sagen, dass ich meinen Beruf als reisender Schauspieler immer noch gern ausübe. In den letzten vier Jahren bin ich mit verschiedenen Tournee-Unternehmen gleichzeitig mit fünf verschiedenen Stücken unterwegs gewesen: eine Situation, um die ich mich manchmal selber beneidet habe, so anstrengend sie manchmal auch war.
Meine ersten Erfahrungen mit Gastspielen, die wir seinerzeit unternehmungslustig als «Abstecher» bezeichneten, habe ich während meiner zehn Jahre als Ensemblemitglied bei der Bremer shakespeare company gemacht: Wir haben damals die Hälfte unseres Jahresetats daheim im Theater am Leibnizplatz und die andere Hälfte mit Gastspielen im gesamten deutschsprachigen Raum verdient. Allerdings war es meistens so, dass wir ein Stück zuhause produzierten, es dort vielleicht zehn Mal spielten und dann damit für jeweils ein oder zwei Tage auf Reisen gingen, danach das Stück gleich wieder in unserem Stammhaus in Bremen spielten. Selten waren wir länger als eine ganze Woche mit einem Stück unterwegs, und die Stücke hatten ein Zuhause. Wir ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Report Tourneetheater, Seite 45
von Christian Kaiser
Ein Vorurteil besagt, dass spätestens mit der postdramatischen Wende der Text für das Theater an Bedeutung verloren habe. Allerdings arbeiten Theatermacher wie Rimini Protokoll oder Signa sehr wohl mit Texten, wenngleich das in der Regel keine Dramentexte mehr sind. Stattdessen entstehen diese Texte während des Probenprozesses, manchmal sogar während der...
Die Auswahl zum Berliner Theatertreffen steht fest
Es sind wieder zu wenig Regisseurinnen in der Auswahl. Viel zu wenig Theater aus kleineren Städten wie Darmstadt, Bern oder Oberhausen. Viel zu viel Postdramatik, Romane, Filme, Überschreibungen. Kaum migrantische Positionen, genauer gesagt: kein einziger Schwarzer, oder, wie die von der Social Media Abteilung der...
Hier gibt es nichts, was es nicht gibt», sagt Christian Kreppel und schaut von der Empore hinab in den Saal der Bielefelder Stadthalle. Eine kleine Budenstadt ist dort zu sehen mit knapp 200 Ausstellern. Die haben über 170 Stände belegt, und durch die Gassen wuseln jetzt an diesem Nachmittag die Interessenten und Kunden, die Aussteller und Anbieter. Man sieht...
