American Atlas
Ein Mann liegt im Sterben. Im 20. Stock eines anonymen Krankenhauses halten seine Tochter und ihr Ehemann Totenwache. Während ihr Mann (Bernd Hölscher) stur auf den Fernseher an der Zimmerdecke starrt, erklärt die Tochter (Christina Weiser), warum man dem Sterbenden ein wenig helfen solle. Ein schneller Tod wäre für alle Beteiligten das Beste, es gibt da eine Lebensversicherung. Und der unkontrolliert brabbelnde Alte (Jürgen Wink) würde ja sowieso nichts mehr von alledem mitbekommen.
Nicht wie seine Tochter für ihn betet, und auch nicht, wie seine ebenfalls nicht mehr ganz taufrische Frau (Karin Nennemann) ins Zimmer geeilt kommt und sich vor den erschrockenen Töchtern noch einmal zu ihm ins Bett legt – und ihn küsst.
Wie das Drehbuch zu einer neuen HBO-Fernsehserie liest sich Noah Haidles Text mit dem sperrigen Titel «Lucky Happiness Golden Express». Die Dialoge sind klar gesetzt, die Dramaturgie ist eine Abfolge von eindeutig verorteten Szenen, die Amerikaner arbeiten auf dem Theater mit einer Art von Realismus, die wir inzwischen nur noch aus dem Fernsehen kennen.
Wie für den Bildschirm erzählt auch der Kasseler Intendant Thomas Bockelmann den Text. Als die Eröffnungsszene im ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Alexander Kohlmann
Das Stück
Felicia Zeller
Die Welt von hinten wie von vorne
© henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH 2013
PERSONEN
Klaus Klausen
(Kreativ-Geschäftsführer von MOVER UND SHAKER UND PARTNER Deutschlands größter PR-Agentur)
Transparenz ist für uns ein wichtiges Konzept
Jedoch nicht
Als standardisiertes Dogma
Sandra Ardnas
(Direktorin Kreation und Strategie)
Mein...
Das ehemalige Kolosseum-Kino in der Nußdorfer Straße ist heute ein Supermarkt. Beinahe wäre ein Theater daraus geworden. Als die Stadt Wien 1976 eine neue Spielstätte für Hans Gratzers Theatergruppe Werkstatt suchte, war das Kolosseum Gratzers Favorit. Die Wahl fiel schließlich auf einen anderen, kleineren Kinosaal: Im damals gerade geschlossenen Heimatkino in der...
Denn schnell und spurlos geht des Mimen Kunst» – den Klang der Stimme, die diese Worte sagte, habe ich noch im Ohr, es war wie eine Urteilsverkündung, jedoch ohne Revision – «dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze …». Und doch wandelte sich die apodiktische Haltung in eine Verheißung: «Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.»
Walter Schmidinger sprach...
