Am Rand des Schnellbahnbereichs
In Philipp Weiss’ Stücken treten massenweise Personen auf. Viele haben nur einen Auftritt oder eine kurze Szene zu verwalten, sind lediglich für Augenblicke Handlungsträger und kehren nie wieder. Ein Kosmos, wie von Paul Claudel ersonnen, tut sich auf: Zahlreiche Handlungsfäden und unterschiedlichste Figurenkonstellationen fügen sich, Szene um Szene, zu einem losen Ganzen. Wie soll das ein Theater besetzen, wie so ein Stück stemmen?
Philipp Weiss scheint das nicht zu interessieren; er bleibt überhaupt zum klassischen Theaterbetrieb gern auf Distanz.
Sprache ist für den gebürtigen Wiener, im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute, nicht das Primat in seinen Theaterentwürfen. Philipp Weiss hat schon einige Auszeichnungen erhalten, tauchte beim Bachmannpreis oder dem Retzhofer Dramapreis und gelegentlich im Rahmen von AutorInnenförderprogrammen auf. Nur der große Durchbruch ließ auf sich warten, außer in Auszügen sind seine drei bisher erschienenen Stücke nicht gespielt worden. Unzeitgemäß, zu unüblich scheinen seine Texte, die mehr als einen flüchtigen Blick brauchen, um lieb gewonnen zu werden: Keinen Sprachakrobaten, sondern einen politischen Autor gilt es zu entdecken.
Eigentlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 188
von Andreas Beck
Am Ende von «Three Kingdoms» zwängt sich Risto Kübar durch einen extrem schmalen Schlitz, durch den außer ihm niemand hindurch zu passen scheint, auf die Bühne. Er kniet sich vor einen Tisch und macht seinem Gegenüber, dem am Ende seiner Reise durch Europa all seiner Gewissheiten beraubten britischen Detective Stone, einen Vorschlag: «I learned Origami since I was...
Sie ist noch nicht lange zurück aus Istanbul. Und sie sprudelt. Vor Empörung, vor Begeisterung. «Magie, reine Magie» hat sie vier Tage lang im Gezi-Park und am Taksim-Platz erlebt, und sie war dabei, mittendrin. Marianna Salzmann hatte gerade die SMS aus Mülheim bekommen, dass sie für «Muttersprache Mameloschn» den Publikumspreis der Mülheimer Stücke gewonnen...
Felicia Zeller hat sich auf Sprachsuche begeben in den Floskeln und Redewesen unserer hippen Dauerkreativen, denen Kunst und Leben im Selbstvermarktungsstress verschwimmt. Da fühlen sich die Kritiker unserer Jahrbuch-Umfrage sofort angesprochen: «X-Freunde» ist das Stück des Jahres!
