Ab heute wird zurückgehasst

An der Berliner Schaubühne bündelt Falk Richter den diffusen Hass von Pegida & Co. zu «Fear», am Gorki Theater bringt Nurkan Erpulat Olga Grjasnowas Roadmovie-Roman «Die juristische Unschärfe einer Ehe» auf die Bühne

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Eigentlich wollte er ja nur mal eine Weile rumhängen, gar nichts machen, dieses vermutliche Alter Ego von Falk Richter, das da auf dem Laufsteg in der Schaubühne kauert. Rumhängen in der neuen Wohnung, Serien gucken, im Internet surfen. Und dann sind sie über ihn hergefallen, die «True Detectives» mit ihrer schwarzen, schwarzen Weltsicht, die er so gruselig wiederfand in den Internet-Foren und -Kommentarspalten zum Flüchtlingszustrom, Pamphleten voller Fremdenhass, Homophobie und Panik vor dem Totalverlust – an Werten und Identität und allem, was als verlässlich galt.

Da sind sie plötzlich wieder, die urdeutschen Angst-Zombies mit ihren seit 70 Jahren totgeglaubten Argumenten, sie dröhnen und bringen seinen Kopf durch­einander, bis die Angst ihn selbst ergreift und nur noch eins bleibt: Ab heute wird zurückgehasst.

Der coole Chiller (Bernardo Arias Porras) ist längst vom Steg gesprungen und rast panisch auf und ab: Der Hass färbt ab, er wird diesen Falk-Richter-Abend grundieren, der sich gegen die hässlichen hassenden Frauen und Männer richtet, die von Storchs und Petrys, Kelles und Kubys, Breiviks und Sarrazins, Lutz Bachmanns und Akif Pirinccis, deren Köpfe auf Pappkameraden ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Barbara Burckhardt

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