Kulturpolitik: Rettet die Millionen!

Ein drohender Kulturkahlschlag in Basel scheint knapp abgewendet

Theater heute - Logo

Bisher galt die Schweiz als Insel der Kulturglückseligen. Mit Basel als sicherem Grenzhafen. Theatermacher, die hier andocken wollen, auch aus dem Ausland, müssen in erster Linie Qualität beweisen, und nicht so sehr ihre private finanzielle Leidensfähigkeit. Zumindest ist das in den letzten zwei Jahrzehnten so gewesen.

Seit wenigen Wochen wissen plötzlich auch die Basler, was gewisse Klientelpolitiker unter Kulturkahlschlag verstehen. Quasi über Nacht reifte im Nachbarkanton Baselland die Absicht, die Subventionen an die städtische Kultur massiv zu kürzen, am liebsten zu halbieren.

Seither ist nichts mehr sicher auf der Wohlstandsinsel. Es geht um weit mehr als um die Portokasse von 15 freien Bühnen, Orchestern und Musikschuppen. Es geht um rund fünf Millionen Franken jährlich. Um die Zukunft so renommierter Institutionen wie das Junge Theater Basel oder die Kaserne Basel. Um einen kulturellen Standortvorteil, den eine Life-Sciences-Region, die im Rennen um die besten Forscher und Manager mit Städten wie Boston konkurrieren will, verspielen sollte. Und es geht um die friedliche Koexistenz von Stadt und Land, von Bildungsbürgern und Obstbauern. Die ist in Basel mit einem Mal ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Stephan Reuter

Weitere Beiträge
Nachts im Museum

Eigentlich könnte man auch nur dieses Bühnenbild betrachten. Ein Schiff auf einem goldenen Meer unter einem goldenen Himmel, gediegen, vergangen, das gleiche Motiv auf allen Bildern einer Galerie. Da fühlt man sich sofort ohnmächtig. Weil das System so geschlossen ist. So gewaltig und erhaben. Und zugleich so offen. Weil dieses eine Bild durch seine Multiplikation...

Moralische Spitzfindigkeiten

Wie steht es zur Zeit mit der Freiheit im Theater? Was überhaupt ist Freiheit im Theater? Und wo ist sie, wenn sie da ist? Bevor wir lange über das Anarchieempfinden manches Protagonisten und die gewissenhafte Plansoll­erfüllung mancher Bühne räsonnieren, schalten wir um zu Jürgen Kruse.

 

In Frankfurt hat sich Kruse mit Georg Büchners Melancholiekomödie «Leonce...

Wo steht der Feind?

Nichts fließt so störungsfrei wie der Burgunder am Hofe des Burgunderkönigs Gunther. Am naheliegenden Rebsaft-Kalauer führt natürlich kein Weg vorbei, wenn man «Die Nibelungen» – wie Sebastian Baumgarten am Staatsschauspiel Dresden – als geboten krachlederne Antihelden-Räuberpistole erzählen will. Nachvollziehbar allerdings auch, dass da zumindest der...