«Das ganz Gemeine ists, das ewig Gestrige»

Schiller in Weimar: Volker Lösch inszeniert Verdis «Räuber»-Oper nach Schiller, Hasko Weber arrangiert «Wallenstein»

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Schiller auf seinem Denkmalsockel in Weimar blickt eindeutig nach links (Goethe daneben schaut etwas unentschlossen geradeaus). Hinter den beiden an der Fassade des Nationaltheaters hängt ein riesiges Plakat mit einem durchgestrichenen Abbiegerpfeil: «Gegen Rechts». So weit politisch alles klar in der Klassiker-Stadt?

Zwei Tage in Weimar, einer davon der 70. Jahrestag der Bombardierung am 7. Februar 1945. Neonazis hatten sich angesagt zum «Trauermarsch».

Wen das schüttere völkische Völkchen da eigentlich beweinte, dürfte ihm nicht ganz bewusst gewesen sein: Die meisten Opfer der Bombenangriffe seinerzeit waren Häftlinge des KZs Buchenwald, die im Rüstungsbetrieb Gustloff arbeiten mussten. Ohnehin fielen die Marschierer nicht auf an diesem sonnigen Samstag: Hunderte gegen die Braunen und für ein «buntes Weimar» hatten sich am Bahnhofsplatz versammelt, um friedlich ein «Zeichen zu setzen». Die ganze Stadt schien wie verhängt mit Transparenten: das Theater, der Fremdenverkehrsverein, das Rathaus – alle trotzig «Gegen Rechts» und gegen «Geschichtsverfälschung». «Wir widersetzen uns», las man und «Für Weltoffenheit, kulturelle Vielfalt und Toleranz»; auf den Gehsteigen stand auf Schritt ...

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Theater heute März 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Bernd Noack

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