Die mit dem Ruhm hadern
Vergesst Kurt Cobain. Der Rockstar, dem in Felicia Zellers für Freiburg geschriebenem neuen Stück der übermäßige Erfolg schwer zu schaffen macht, ist ein anderer. Zwar heißt er auch Kurt wie der verewigte Leadsänger der Gruppe Nirvana (und seine Courtney heißt Courtney), und wie dieser benimmt er sich stromlinienförmig rebellisch. Drogen gehören zum Alltag wie das Gitarren- und Hotelzimmerzertrümmern, was Fanpostillen und Klatschpresse getreulich reportieren, sogar wenn nichts dergleichen vorgefallen ist.
Deswegen und überhaupt tut dieser Kurt sich selbst ziemlich leid, und am Ende schießt auch er sich mit der Flinte den halben Schädel weg.
Aber Felicia Zeller, die ihn nach Aktenlage ersonnen hat, besteht darauf, dass es sich bei dem Hauptleidtragenden in «Einfach nur Erfolg» um einen Kurt Brisbaine handele. Dessen Hauptaufgabe im Stück ist es, mit seinem Ruhm zu hadern, ohne die Grundlagen dafür plausibel machen zu müssen, während die Figuren um ihn herum Einblick gewähren in die Mechanismen von Starkult und Starverschleiß. Oder gewähren sollen. Die Rocklegende als Fall oder, wie es die Dramaturgie des Theaters Freiburg formuliert, als Metapher.
Und was lehrt sie uns, die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Schauspiel-Legende Mia Farrow und der renommierte Regisseur und Dramatiker James Lapine hätten vielleicht wissen müssen, dass sie mit «Fran’s Bed», der temporeichen und glanzvoll ironischen Inszenierung über eine Komapatientin, die schläfrige New Yorker Theaterwelt nicht aus ihrem eigenen Koma reißen würden. Klassisches in Protokollpflicht des Dramas erwarten...
Aalen scheint sich als Karrieresprungbrett für junge Intendantinnen zu etablieren. Simone Sterr, die im Team mit Ralf Siebelt und Winfried Tobias einfallsreich und mit Erfolg das kleinste und jüngste Stadttheater Deutschlands einem breiteren Publikum öffnete, wurde schon nach drei Jahren weg engagiert ans Landestheater Tübingen. Die Neue ist Katharina Kreuzhage,...
Am Schluss raffen sich alle noch einmal auf für ein Tableau der allgemeinen Beglückung: Der kastrierte Hofmeister hat sein Landmädchen gefunden, die ausgeflogene Jungfer Gustchen kehrt, samt Kind, heim in den Schoß ihrer Adelsfamilie und an die Trauhand ihrer Jugendliebe Fritz von Berg. Man lächelt breit, ein Hauch von Seifenoper weht durch den Raum. Dann aber...
