Nachwuchs: Weltenjammernde und Glückssucher
Einer galoppiert über die Bühne, erfasst vom Weltenjammer: «Eieieieiei!», ruft Arthur Romanowski, und sein grasgrüner Bademantel flattert hinter ihm her. Der junge Performer hat sich eine Aufgabe gestellt: Auf der Bühne möchte er «Irgendwas für irgendwen an irgendeinem Tag im Juni» tun. Doch natürlich soll dieses Handeln auch über das Theater hinausreichen, das Leninsche «Was tun?» wird zur durchdringenden Frage.
Auf eine ebenso charmante wie durchdachte Weise wirft sich Romanowski für uns, das Publikum, in den Ring, und es ist bestechend, dass da einer auf der Bühne direkt und unverstellt etwas für uns tun möchte, für unsere so wandlungsbedürftige wie verkrustete Gegenwart.
Arthur Romanowski studiert Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, seine One-Man-Show eines Glückssuchenden war jetzt beim Körber Studio Junge Regie am Hamburger Thalia Theater zu sehen. Um seinem verstauchten Fuß und seinem psychosomatischen Sodbrennen etwas entgegenzusetzen, fährt Romanowski gegen diesen – und unseren! – Welt- und Körperschmerz alles auf: Man könnte Musik hören und tanzen – leider folgt keiner aus dem Publikum der Einladung seiner ausgebreiteten Arme, dafür legt Romanowski selbst ein ...
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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Esther Boldt
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