Besser als Bond
James Bond steckt im Detail. Tom, der Waffenhändler, preist seine Pistole als «James Bond-mäßig» an. Paul, ein seltsamer Intellektueller, der erstens eine Beziehung mit einer Vierzehnjährigen hat und zweitens Waffen so richtig scharf machen kann, hasst James Bond, denn Paul hat mit der Einfachheit der Masse nichts gemein.
Und Danny, der Mann, der die Waffe kauft, scharfmachem lässt und schließlich damit Pauls vierzehnjährige Geliebte an einem tristen englischen Strand tötet, verteidigt sich mit den Worten: «Scheiße, ich bin ein Held! Ich bin ein verdammter Actionheld! Ich bin John Wayne! Ich bin Sylvester Stallone! Scheiße, ich bin James Bond!»
Bond ist bei Simon Stephens ein britischer Archetyp, vielleicht sogar der britischste aller Archetypen, seit einem halben Jahrhundert stärker als alles, der Unsterbliche schlechthin, ein Jesusersatz, der es tatsächlich schafft, die Welt zu retten und dabei nicht sterben muss. Danny, der junge englische Soldat, der nach Jahren in der Kaserne und einem Einsatz in Basra in seine kleine englische Heimatstadt zurückgekehrt ist, Danny hat kein gutes Verhältnis zur Errettung der Welt. In Basra hat er gesehen, wie seine Kollegen Gefangene und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Happy Asia» war das diesjährige «Asia Contemporary Theatre Festival» in Schanghai überschrieben. Fragte man Nick Yu, den verschmitzten wie umtriebigen Festivaldirektor nach dem Motto, fiel die Antwort wellnessmäßig schlicht aus. Er fände, die Menschen seien zu gestresst, zu besorgt um ihr wirtschaftliches Fortkommen, ihren beruflichen Erfolg in der neuen Zeit....
Patricia Benecke In «Motortown» geht es um einen Heimkehrer aus dem Irakkrieg. Um das, was der Krieg mit ihm angestellt hat. Ist das ein Antikriegsstück?
Simon Stephens Es ist nicht so sehr meine Reaktion auf den Krieg im Irak, sondern auf die Antikriegskampagne. Die besten Stücke für mich sind generell die, die nicht selbstbewusst einen Standpunkt vertreten,...
Den Skandal gab es schon vor der Premiere. Das Dortmunder Theater warb für Thirza Brunckens «Faust»-Inszenierung mit einem Plakat, auf dem das Foto eines Mannes mit blutig geschlagenem Gesicht zu sehen war. Offensichtlich hatte ihn jemand mit Faustschlägen traktiert. Darüber prangte, wie über allen Dortmunder Theaterplakaten, der Spruch: «Willkommen in Dortmund».
So...
