Konsumgut Nebenmensch

Ewald Palmetshofer: «Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete»

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Die Schneiderei, die Nebenspielstätte des Schauspielhauses, ist ein Raum mit vielen Fenstern zur Porzellangasse, in den durch die morsche Doppelverglasung der Lärm der Stadt dringt. Ewald Palmetshofer, der Hausautor des Schauspielhauses, sitzt hier, neuerdings täglich, um zu schreiben. Die Schneiderei, mit Hans Gratzers altem Schreibtisch aufgerüstet, ist sein «Atelier». Ab und an huscht «der Ewald» durch den Flur in die Küche, raucht, schaut an die Decke, macht sich einen Kaffee – pausiert.

Dann sitzt er mittendrin, im kommunikativen Zentrum des Theateralltags, das einmal mehr auch hier eine Küche ist: zwischen anderen Pausenlustigen, Mittagssalatschnipslern und dem Blut anrührenden Requisiteur. 
 

Als wir vor gut einem Jahr mit den Proben zu Palmetshofers «hamlet ist tot. keine schwerkraft» begannen, waren Ensemble und Haus­autor einander noch weitestgehend Unbekannte. Von Vorsprechen oder Fotos kannte Palmetshofer die «SchauspielerInnen» – wie er es in seiner «geschlechtssensiblen Sprache» auszudrücken pflegt. Und das gemeinsame Theatermachen, also «die Kunst, Texte mit Körpern zu vernähen» (Palmetshofer), war beim ersten Kennenlernen tastendes Anproben. Heute, nach zwei ...

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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 174
von Andreas Beck

Vergriffen
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