Traumpaar von einst
Wir persönlich hätten uns ja auch Margot Honecker und Wolf Biermann als «Traumpaar von einst» vorstellen können.
Wo Florian Havemann in seinem symbolischen Vatermord-Wälzer «Havemann» gerade so lustig von einem One-Night-Stand der DDR-Staatsratsvorsitzenden-Gattin und -Volksbildungsministerin mit dem ausgebürgerten Sänger plauderte! Egal, ob es sich dabei um Dichtung oder Wahrheit handelt: Die realsozialistische First Lady und der Dissident hätten in jedem Fall ein großartiges Wiedervereinigungskomödienpaar abgegeben – und die Kollegen von der Kostümabteilung mit dem Mischen des korrekten Lilatons für die Honecker-Frisur endlich mal wieder eine veritable Herausforderung gehabt!
Die Intendanz des Potsdamer Hans-Otto-Theaters vergab den «Traumpaar»-Titel jedoch an die Lebensmittelverkäuferin und den SED-Kader aus Heiner Carows zweifellos sehenswertem DEFA-Film «Die Legende von Paul und Paula» aus dem Jahr 1973 beziehungsweise an Angelica Domröse und Winfried Glatzeder, die dieses Paar damals spielten, und stellt beide mit großem PR-Tamtam in Eduardo De Filippos Komödie «Filumena» erstmals seit über dreißig Jahren wieder gemeinsam auf die Bühne. Auch schön! Und da sich die ...
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Ständig knackt der Mann Nüsse. Hirnförmige Walnüsse natürlich, denn Peter Lohmeyer als Sebastian Färber, Spitzenarchitekt und Workaholic, besteht selbst nur noch aus Hirn. Tag und Nacht sitzt er über seinen Bauplänen, jagt genialisch den Zeichenstift übers Papier und futtert Walnüsse, die er wie Qi-Gong-Kugeln in der linken Hand klackern lässt, bevor er sie knackt....
Noch bevor es richtig losgeht, sind sie alle baden gegangen. Zwei Paare, zwei Kinder, zweieinhalb Generationen bundesdeutscher wochenendalkoholisierter gehobener Mittelstand sind schneller abgesoffen, als sie denken konnten. Man hatte eine kleine Bootspartie auf dem See neben der Villa unternommen, da war ihnen die alte Calypso vollgelaufen. Die griechische Göttin...
Die Frage ist: Wie deutlich muss man werden? Seit Jahren läuft zwischen Theatermachern und -kritikern immer dasselbe Spiel: Die Regisseure inszenieren so drastisch wie möglich, die Rezensenten werfen ihnen Plattheit vor, und am Ende heißt es immer, man solle den Zuschauer doch nicht für dumm erklären, er würde das auch so verstehen.
Nun kann man sich auf den...
