Zoome auf den Spiegel!
Schon wer 2001 bei der Biennale in Venedig den kanadischen Pavillon betrat, fand sich unverhofft in einem merkwürdigen Theaterchen wieder.
In detailgenau nachgebauten lebensgroßen Logen über einem perspektivisch verkleinerten Parkett gerieten die jeweils 16 Besucher bald in eine seltsame zweite Realität: Über die Kopfhörer, die am Eingang verteilt worden waren, spielten ihm flüsternde Stimmen, raschelnde Tüten, scharrende Füße eine akustische Welt vor, die einen vollbesetzten Kinosaal simulierte und all die kleinen Dramen einer gefaketen Realität, die sich mit dem geheimnisvollen Film noir vorne auf der Leinwand verwirrend doppelte, ihn konterkarierte oder eins mit ihm wurde. Die Irritation war beträchtlich, der kanadische Biennale-Beitrag bekam den Spezialpreis der Jury (es war übrigens dieselbe Biennale, auf der der deutsche Künstler Gregor Schneider mit seinem Haus ur, noch ein Beispiel inszenierter Realität und eine veritable Geisterbahn, den ersten Preis kassierte).
Spätestens seit Venedig sind die in Kanada und Berlin lebenden Crossover-Künstler Janet Cardiff (Jahrgang 1957) und ihr Lebensgefährte George Bures Miller weltweit gefragte Wahrnehmungsverwirrer. In London, Rom und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von außen sieht das Babelsberger Studiogelände aus wie eine Strumpfhosenfabrik. Nur dass vor den Werkstoren immer eine Traube pubertierender Autogrammjäger auf ihre Serienstars wartet. In den zwei klimatisierten Bürokomplexen der «Grundy Ufa» arbeiten 140 Mitarbeiter von Montag bis Freitag an der täglichen Fernsehserie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Die wenigsten...
Der Kanonenschuss, der am Schluss des Stücks fällt, kündigt am frühen Morgen des 12. April 1861 den Beginn des Sezessionskrieges an. Von Politik war zuvor ausgiebig die Rede in Julien Greens Drama «Süden», entstanden 1951/52, und die erste Leiche liegt bereits auf dem Boden des Salons der Plantage Bonaventura in Südcarolina: Leutnant Ian Wiczewski, der die blaue...
Sie war zurückgekehrt in das Haus in den Bergen. Auf der Südseite hatte man das weite Panorama des Steinernen Meeres vor sich. An klaren Tagen konnte man die Spitze des Watzmannvaters erkennen.
Der Alte hatte sie vom Flughafen abgeholt und in seinem Jeep heraufgebracht. Sie mußte sich hinten auf die Ladefläche setzen, weil der Beifahrersitz herausmontiert war. Der...
