Zu Gast bei Herrn Kalaschnikow

«X-Wohnungen» am Mittelmeer: Matthias Lilienthal produziertsein Stadtformat zum ersten Mal selbst und in der Stadt, die wie keine andere für die Zerissenheit des Nahen Ostens steht

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Die junge Frau blickt streng, als sei sie von der Ausländerbehörde. Dann fragt sie, ob man schon mal im Irak gewesen sei und als Journalist Informationen über das Land gesammelt habe. Etwas später drückt Urok Shirjan einen Stempel in einen Pass, und schon nimmt man als Mitglied von «Occupy Baghdad» teil an der künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Rückeroberung der von Krieg und Terror zerrütteten irakischen Hauptstadt. «Sie sind jetzt ein offizielles Mitglied unserer Bewegung», sagt die junge Frau und blickt immer noch streng.

Das Besondere an der Szene: Sie spielt nicht an einem Grenzort im Nahen Osten und auch nicht in Bagdad, sondern im knapp tausend Kilometer entfernten Beirut. Der Mittelmeermetropole, die man sich wie einen zerfledderten Blumenstrauß vorstellen kann und die im Mai Schauplatz einer Stadtbegehung der besonderen Art wurde.

«X-Wohnungen» nennt sich das Theater-und Kunstformat, das Matthias Lilienthal vor mehr zehn Jahren erfunden hat und das in Städten wie Caracas, Sao Paulo, Wien und Berlin dafür sorgte, dass aus Theater­gängern Pfadfinder im Stadtraum wurden. Jetzt ist die urbane Performance in der Stadt angekommen, die wie keine zweite für die ...

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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Ausland, Seite 50
von Jürgen Berger

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