Versuch und Irrtum

Schiller «Die Räuber»

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Vor knapp einem halben Jahrhundert wurde, so heißt es, unter Kurt Hübner in Bremen das Regietheater erfunden: Unter anderem 1966, mit Peter Zadeks Skandalinszenierung «Die Räuber», die Schillers Debüt nicht stürmend und drängend als Leidenschafts–überschuss deutete, sondern als bis ins Letzte ausgeleuchtete Bigger-than-life-Kolportage, für die Wilfried Minks ein kongeniales Comic-Bühnenbild erfand.

Weil das seit einer Saison an der Weser amtierende Team um Intendant Michael Börgerding sich auf fast schon übertrieben traditionsbewusste Weise als Widergänger des Hübner-Geistes versteht, ist es nur konsequent, wenn im Programm zu Felix Rothenhäuslers Neuinszenierung der «Räuber» ein Zadek-Text aus dem 66er-Programmheft abgedruckt ist: «Hübner, c’est nous».

Bigger than life kommt Rothenhäuslers Inszenierung allerdings zunächst nicht daher. Die Bühne ist nackt, und nackt ist auch Claudius Franz, der als Franz Moor erste Worte ans Publikum richtet, zögernd, textnah, den ganzen, inhaltlich nicht unproblematischen Monolog eines zu kurz Gekommenen: «Warum gerade mir die Lappländernase? Gerade mir dieses Mohrenmaul? Diese Hottentottenaugen?» Man glaubt dem (allen landläufigen Kriterien nach ...

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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Chronik: Bremen Theater, Seite 62
von Falk Schreiber

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