Wunderkind und Wundenmann

Zum Tod des europäischen Künstlers Patrice Chéreau

Theater heute - Logo

Als Regisseur verkörperte er die seltene Dreieinigkeit: Schauspiel, Oper und Film, und er war liebend gern auch Schauspieler. Er erlaubte sich – mit angelsächsischer Unbefangenheit und preußischer Disziplin –, einfach Künstler zu sein.

Er begann, noch als Wunderkind, zu inszenieren, mit 15 am Pariser Elite-Gymnasium Louis Le Grand. Mit 22 leitete er ein eigenes kleines professionelles Theater. Er inszenierte später in Mailand an Giorgio Strehlers Piccolo Teatro und in Villeurbanne bei Lyon an Roger Planchons Théâtre National Populaire Marivaux und Labiche, Bond und Dorst.

Mit 31 dann in Bayreuth den «Jahrhundert-Ring». Er hatte als intelligenter und gewinnender junger Mann viele Fürsprecher. Er bekam seine künstlerischen Produktionsmöglichkeiten, bevor er die dafür eigentlich notwendigen institutionellen «Prüfungen» abgelegt hatte, aber er bestand alle Her­ausforderungen bravourös.

Er sprach neben Französisch drei Sprachen ziemlich perfekt und fühlte sich in Europa zuhause. Er inszenierte in Frankreich, Italien und Deutschland Oper und Schauspiel (und gelegentlich auch, für die Kasse, in der französischen Schweiz). Er drehte Filme auf Französisch und Englisch. Hollywood rief ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2013
Rubrik: Magazin: Nachruf, Seite 70
von Michael Merschmeier

Weitere Beiträge
Premieren im November · On Tour

Aachen, Grenzlandtheater
4. LaBute, Tief in einem dunklen Wald
R. Anja Junski-Setzer
 
Aachen, Theater
14. Mann, Mario und der Zauberer
R. Stefan Rogge
15. Preußler, Die kleine Hexe
R. Dora Scheider

Aalen, Theater der Stadt
13. Yolcu nach Andersen,
Die Schnee­königin (U)
R. Yüksel Yolcu
23. Roger-Lacan, Der Krawattenklub
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht

Annaberg,...

Die Welt von hinten wie von vorne

Das Stück

Felicia Zeller

Die Welt von hinten wie von vorne

© henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH 2013

 

PERSONEN

Klaus Klausen
(Kreativ-Geschäftsführer von MOVER UND SHAKER UND PARTNER Deutschlands größter PR-Agentur)

Transparenz ist für uns ein wichtiges Konzept
Jedoch nicht
Als standardisiertes Dogma


Sandra Ardnas
(Direktorin Kreation und Strategie)

Mein...

Die Diktatur des Paradieses

«Es geht uns eigentlich ganz gut.» Doch, das darf man sagen, wenn man in Coby County lebt. Coby County, das ist: Meer, goldener Sand, eine Stadt, die weitgehend aus Luxushoteltürmen besteht. Außerdem aus glücklichen Menschen wie dem Literaturagenten Wim (Justus Ritter) und seinem besten Freund Wesley (Peter Fasching), zwei Mittzwanzigern, die einen befriedigenden...