Wir sind die Joschka Fischers des Theaters
Theater heute Wolfgang Wiens, Sie können auf mehr als 40 Jahre im Theater zurückblicken. 1965 haben Sie angefangen als Regieassistent am Frankfurter Theater am Turm, dann waren Sie dort Dramaturg und Regisseur bis ’69 …
Wolfgang Wiens ... und weiterhin Regieassistent, alles immer in Personalunion, weil das heute legendäre TAT damals nichts anderes war als die Landesbühne Rhein-Main, vom Status her so etwas wie Memmingen oder Verden an der Aller, übrigens auch von der künstlerischen Qualität.
Mit dem einzigen Unterschied, dass sie eben in Frankfurt, im Volksbildungsheim, beheimatet war. Auch wir haben zunächst mehr Abstecher gefahren als in Frankfurt gespielt. Das TAT haben wir, angeführt von Claus Peymann, erst erfunden, mit Unterstützung der Frankfurter Zeitungen. Denn in Memmingen oder Verden hätte das wohl nicht passieren können. Da gabs keine «Neue Presse», keine «Frankfurter Rundschau» und keine «FAZ». Und das andere, was dem TAT schnell aus der Anonymität heraushalf, war die Experimenta. Wir bekamen sofort überregionale Beachtung, weil wir als erstes den «Schwarzen Schwan» von Martin Walser gemacht haben. Als nächstes, und das war bezeichnend, haben wir vormittags auf der ...
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Theater heute Dezember 2006
Rubrik: Das Gespräch, Seite 4
von Barbara Burckhardt, Franz Wille
Treffpunkt Münchner Hauptbahnhof, 16 Uhr am Haupteingang. Stattfinden soll hier in Kürze das Happening «Hello/ Goodbye» von Allan Kaprow aus dem Jahr 1978, reanimiert von Studenten der Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität als posthume Geisterbeschwörung beziehungsweise, wie man das heute nennt, als «Re-enactment» – eine Technik die sich als...
Vorsicht Nahkampf, was man hört, klingt nach Lebensgefahr. Zisch, ein Pfeil wurde abgeschossen. Wumm, er fand den Weg ins Ziel. Und wieder zisch und wieder wumm, dann ein Ritsch und ein Ratsch, etwas zerriss, muss wehtun. Schritte hallen, Vögel kreischen, Kröten quaken, Bestien fauchen, ganz klar, hier hat sich jemand am Tonrepertoire des Gruselfilms bereichert....
Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Geschichte? Zum Beispiel, dass die Figuren einem Rätsel aufgeben und Neugierde erwecken, die nicht gleich auf den ersten Blick sattsam gestillt ist. Da kann – um das aktuelle Kino made in Germany zu streifen – ein dicker Koch aus dem Schwarzwald spannender sein als eine in sündigroter Couture aufgetakelte Blondine...
