Gut gegessen, schlecht gefühlt
Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Geschichte? Zum Beispiel, dass die Figuren einem Rätsel aufgeben und Neugierde erwecken, die nicht gleich auf den ersten Blick sattsam gestillt ist.
Da kann – um das aktuelle Kino made in Germany zu streifen – ein dicker Koch aus dem Schwarzwald spannender sein als eine in sündigroter Couture aufgetakelte Blondine aus dem hauptstädtischen Berlin, der ein als Boss-Model verkleideter treuherziger Homo Faber verfällt (Katja Riemann und August Diehl in Margarethe von Trottas «Ich ist eine andere») oder zwei ihre Pubertät dauerhaft verlängernde Burschen im Porsche auf Hamburger Straßen (Daniel Brühl und Jürgen Vogel in Sebastian Schippers «Ein Freund von mir», dessen Buddy-Movie nicht weniger sentimental ist als einstige Ufa-Seligkeit mit Rühmann und Fritsch).
«Eden», geschrieben und gedreht von Michael Hofmann, führt erst einmal nicht ins Paradies, das bekanntermaßen verschlossen und nur über Umwege zu erreichen ist, sondern in die süddeutsche Provinz. Es sei denn, man betrachtet einen Kurort mit Rentnerband im Park-Pavillon und Senioren-Animationsprogramm auf geharktem Kies als Garten der Lüste.
Ein Philosoph des Genusses
Von der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Du bist unwiderstehlich und kannst jedes Spiel gewinnen.» Der Satz steht nicht nur in den Glückskeksen der überzeugten Singles Jana und Tom, was die beiden WG-Partner in Katharina Schmidts Zeitgeist-Stück «Maxi-Singles» zu einem geradezu irrwitzigen Wettstreit in Sachen One-Night- (besser: One-Hour-)Stands anstachelt. Der Satz schien bislang auch über der Karriere...
Uraufführung zu verschenken!
Ende des Jahres drängen sich wieder die Einsendeschlüsse der Stückemärkte, Förderpreise und Autorenpfleger. Dramatiker brauchen jetzt einen guten Kopierer. Für den Stückemarkt 2007 des Berliner Theatertreffens sind wieder Dramatiker(innen) aus ganz Europa eingeladen, ihre neuen, noch nicht aufgeführten Texte einzusenden an: Berliner...
Adolphe Appia ist fast vergessen. Sein Auftauchen in den einschlägigen Kompendien der Theatergeschichte wirkt meist wie eine Pflichtübung. Mit Edward Gordon Craig steht er als (spät) romantischer Künstler an der Wiege des modernen Theaters, ohne dabei jedoch allzu viel mit der fleischlichen Zeugung zu tun zu haben. Wie Craig hatte Appia nur wenige Gelegenheiten,...
