Der Künstler als Goldwäscher

Er ist einer der Schauspieler des Jahres und meistens auch ein bisschen mehr: ein Porträt des Ko-Autors Fabian Hinrichs. Von Christian Rakow

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Es ist noch nicht so lange her, da ging man in diesem Outfit eher auf ein Brian-Adams-Konzert. In Karohemd und enger Jeans. Auf Du-und-Du mit dem ehrlichen Rocker. «In the Summer of ’69» (anno 1984). Und jetzt ist das das Outfit für die Volksbühne, für Fabian Hinrichs zumindest. Noch ein Handshake im Saal mit Christoph Schlingensief vor der Premiere, ein Hallo zum Blumfeld-Frontmann Jochen Distelmeyer. Und runter eilt er auf die weiten, unverkleideten Bretter der Bühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Im Karohemd.

Wird es «Rock» geben? Ja, Hinrichs hat seinen Plattenschrank aufgetan, und mit Prince und Queen kommen die Sounds so­gar aus der Mitte der 80er Jahre. Und wird es «ehrlich»? Ja, aber auf vertrackte Weise.

Hinrichs beginnt das Solo «Ich schau Dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang!» als sein eigener Zeremonienmeister. Er schwingt ein Zepter und hämmert mit wuchtigen Stößen die ersten Worte ein; es ist gewissermaßen der Obersatz des Theaters von René Pollesch überhaupt: «Das Spiel ist kein Schatten des übrigen ernsten Lebens.» Man kennt diese Mimesis-Kritik bei Pollesch: Die sichtbare Aktion verkörpere keine verborgene Idee, sie spreche nicht für alle und ...

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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 108
von Christian Rakow

Vergriffen
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