«Bitte ohne Schusswaffen reisen»

Das XI. Ibero-amerikanische Theaterfestival in Bogotá

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Allen Unkenrufen zum Trotz hängen keine Kokainpäckchen an den Zweigen des Waldes von Birnam, als der sich – Jürgen Gosch hat es in ein ebenso einfaches wie sinnfälliges Bild gefasst – auf das Schloss des finsteren Macbeth zubewegt. Was nicht heißt, dass Kolumbien das Drogen- und das Gewaltproblem bereits unter Kontrolle hätte, aber sagen wir es so: Man arbeitet daran. Kolumbien ist auf dem Weg in die Zivilisation, und wo immer man mit jungen Kolumbianern spricht, spürt man einen mit großer Herzlichkeit und viel Charme vorgebrachten Nationalstolz.

Diese Menschen sind es einfach leid, mit immer den gleichen Problemen in Zusammenhang gebracht zu werden, sie sind aufgeschlossen, interessiert an den Dingen dieser Welt, nicht nur den eigenen, und das gigantische Festival, das sie alle zwei Jahre feiern, ist dafür der beste Beleg.
   

50 Produktionen, 300 Vorstellungen

Ursprünglich nur ein Ableger des Festivals von Caracas, gilt das Ibero-amerikanische Theater­festival von Bogotá inzwischen als das größte der Welt: Über 300 Vorstellungen sind an rund 20 Spielstätten in zweieinhalb Wochen zu sehen, weit mehr als 50 Produktionen aus allen Kontinenten; 10 Millionen US-Dollar kostet das Ganze, ...

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Theater heute Juni 2008
Rubrik: Magazin/Festival, Seite 61
von Martin Krumbholz

Vergriffen
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