Fürs Theater brennen!
Die beiden unterschätztesten Theaterbücher des Jahres erscheinen alljährlich im September: die «Theaterstatistik» mit den «wichtigsten Wirtschaftsdaten» der Bühnen und die nicht weniger spannende Werkstatistik «Was wird gespielt», herausgegeben vom Deutschen Bühnenverein in Köln. Jeweils mehrere hundert Seiten Zahlenkolonnen zu noch den kleinsten öffentlichen Bühnen, ihren Zuschüssen, Besuchern und Personal mit den Stücken, Opern und Werken, die darauf hüpfen, tanzen und singen. Langweilige Zahlenspiele? Im Gegenteil: die wahren Trends der Bühnenrepublik.
Von Jahrgang zu Jahrgang verändert sich allerdings verhältnismäßig wenig, da lullen statistische Unschärfen, wegen Renovierung geschlossene Häuser und kleinere Ausschläge nach oben oder unten ein und suggerieren business as usual. Ganz anders dagegen die sensiblen Kennzahlen über größere Zeitspannen. Der etwas längere Atem der Geschichte hat leider nicht immer den allerbesten Mundgeruch.
Die Stadtkämmerer können jedoch ebenso zufrieden sein wie die Kulturdezernenten und Verwaltungsdirektoren. Alle waren fleißig und haben die Effizienz gesteigert – ohne allzu viele böse Theaterschließungen. Gab es 1991/92 noch 154 öffentliche ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2012
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Es ist der Start in eine neue Spielzeit, die von größeren Weichenstellungen begleitet wird. Mannheims Generalintendantin Regula Gerber warf aufgrund gesundheitlicher Probleme im Frühjahr das Handtuch. Für das Nationaltheater bedeutet das: Es soll, angelehnt an das Stuttgarter Modell, künftig von gleichberechtigten Spartenleitern inklusive eines Verwaltungschefs...
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.» So beginnt die Genesis, das erste Buch Moses, das erste Buch des Alten Testaments. Eine Schöpfungsgeschichte, die allererste Fragen klärt und ein paar grundsätzliche Herrschaftsverhältnisse gleich dazu. Hier gibt es nur einen Gott mit dem Anspruch auf Legitimität, nicht viele, die nebeneinander wirtschaften wie bei den in...
Der römische Feldherr Titus Andronicus hat bekanntlich schon einiges hinter sich. Siegreich aus der Schlacht gegen die Goten zurückgekehrt, verhilft er erst dem falschen Politkarrieristen zur Kaiserkrone und setzt dann mit der rituellen Opferung des ältesten Gotenkönigssohnes eine bilaterale Splattertragödie in Gang, die fast seine komplette Familie auslöscht. In...
