Festival: Keiner hat uns lieb
Privattheatertage» ist ein eigenartiger Name für ein Festival. Eigenartig, weil «Privattheater» eine ökonomische und keine ästhetische Kategorie ist: Ein Privattheater ist ein Theater in privater im Gegensatz zum Theater in öffentlicher Trägerschaft. Und weil private Träger Geld verdienen wollen, hängt diesen Bühnen der Ruf an, ein leicht verdauliches Programm zu fahren.
Was zwar schon eine ästhetische Frage ist, allerdings verschleiert, dass Privattheater nicht völlig ohne Förderung durch die öffentliche Hand auskommen müssen, das heißt: ihre Dramaturgie nicht ausschließlich nach marktwirtschaft–lichen Kriterien auszurichten brauchen. Das verwischt die Grenzen zwischen Privat- und Stadttheater, zum Beispiel wenn man sich die rechtlich als Privattheater organisierte, öffentlich aber als Stadttheater wahrgenommene Berliner Schaubühne oder das Berliner Ensemble anschaut.
Kriterium Qualität
Um diese Bühnen ging es Axel Schneider, im Hauptberuf Intendant der Hamburger Kammerspiele, des Altonaer Theaters und des Harburger Theaters, nicht, als er vor einem Jahr erstmals sein Konzept für «Privattheatertage» vorstellte. Schneider, der an seinem Haupthaus in Altona vor allem solides ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Falk Schreiber
Oh, schau mal, wie süß», geht ein Raunen durchs Publikum. Die Lichtinseln der Kamera-Displays beginnen hellblau zu leuchten. Auf die Bühne tapsen drei siebenjährige Haselmäuse und lauschen unterm Papp-Haselnussbaum einigermaßen orientierungslos den vorproduzierten Märchen-Erzählstimmen aus dem Off. Total süß, wie sie das mit dem Tanz noch nicht so richtig auf die...
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