Nicht zu schaffen!

Wiebke Puls hat Zwillinge und ist eine Protagonistin der Münchner Kammerspiele. Da hat sie beim besten Willen keine Zeit, Texte zur Frauenproblematik zu verfassen. Ein Absagebrief an die Redaktion.

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Ich habe im alltäglichen Gewusel Ihre An­frage vergessen, jetzt fällt sie mir siedendheiß wieder ein und …Nein, zu diesem Thema habe ich nichts Flammendes zu sagen. Es beschäftigt mich nicht besonders; zudem ist das Theater ja ein Spiegel der Gesellschaft und offenbart also auch in dieser Hinsicht wahrscheinlich nichts anderes als allzu allgemeine Probleme.



Ich müsste nun aus Standardärgernissen, die nicht theaterspezifisch sind (wie wahrscheinlich immer noch geschlechtlich differierende Gehälter), aus Mythen und
Vorurteilen (die Diva, die Neurose, die Hysterie, die Frau, der mann nicht trauen kann, ist immer eine SchauspielerIN) und aus nur teils unumstößlichen Fakten: mehr Männer- als Frauenrollen – ich denke, das ändert sich sukzessive mit jedem neuen Stück; und sollte es sich nicht ändern, spielen wir Frauen den Männern eben weiter ihre Rollen vor der Nase weg: es zeigt sich ja, dass das meist zu sehr scharfen, empathischen und differenzierten Darstellungen führt –; deutlich mehr männliche als weib­liche Ensemblemitglieder, die Damen im Schnitt jünger und – im Gegensatz zu den Männern, die mit 40 erst so richtig gefragt sind, dem Alter etwas bang entgegenblickend. Aus diesen ...

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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 13
von Wiebke Puls

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