Bildet Banden!
Die Debatte über das Ensembletheater in Deutschland wird zur Zeit wieder aggressiv und nervös geführt. Zugegebenermaßen fällt es schwer, der German-Angst-Fraktion auf Premierenfeiern zu entkommen und dennoch nicht der neoliberal orientierten Antisubventionslogik zu folgen. Gibt es einen Weg aus dem Dilemma?
Ensembles sind zunächst Zusammenschlüsse von Menschen zum Zwecke einer künstlerischen Arbeit.
So gesehen ist das Wort «Ensembletheater» eine 98-Prozent-Tautologie: Fast jede Theaterarbeit ist eine Ensembleleistung, denn auch wenn nur ein Schauspieler auf der Bühne steht, braucht es eine, die das Licht anmacht. In Deutschland wurden nach einem zunächst feudalen und nachträglich demokratisierten Prinzip die Ensembles an Theaterhäuser gebunden. Die daraus resultierende Bindung von kulturellen Räumen an die Funktion politischer Repräsentation hat das deutsche Stadttheater nie ganz verlassen. Die Theater wurden – stärker vielleicht als anderswo – zu politischen Konfliktorten, sie sind es schönstenfalls auch heute noch. Die öffentliche Subventionierung erzeugt immer ein Spannungsfeld zwischen Abhängigkeit von der Politik und künstlerischem Freiraum, der politisch heikel ist und damit ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 66
von Shermin Langhoff / Jens Hillje
Schlicht nine/eleven heißt es in englischsprachigen Texten, wenn jenes Ereignis benannt wird, das sich als Bild der einstürzenden Türme in unser Bewusstsein gesetzt hat. Die Folgen dieses Tages sind kaum absehbar, und sie sind von Dauer. Auch wenn die Kriegsschauplätze und die Konfliktlinien wie in Afghanistan, Irak und nun auch in Syrien wechseln, der...
Deutschland im Endspiel. Alle vier Jahre wieder. Und die Stadt stürzt sich in den sommerlichen Fußballrausch und vergisst für kurze Zeit die von Kriegen zerrissene Welt jenseits der eigenen Mauern. Alle vier Jahre wieder. Aber nicht alle können oder wollen sich mitreißen lassen. Udi, Roy, Serösha, Ulyana, Joanna und Üzüm kreiseln in den nächtlichen Strudeln ihrer...
Volk vorbei» ihre Entscheidungen. Vielleicht erinnern sich einige ja auch an die ab Anfang Oktober 1989 allabendlich verlesene und unter den damaligen Umständen wirklich spektakulär mutige Forderung aus der Resolution des Dresdner Staatsschauspiels, «dass Lüge und Schönfärberei aus unseren Medien verschwinden» müssen, wenn sie Anfang 2015 bei Pegida «Lügenpresse»...
