Geknickte Schatten

Lukas Linder: «Die zweieinhalb Leben des Heinrich Walter Nichts»

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Schuhe aus Beton muss Fandra Fatale tragen, damit sie nicht den Boden unter den Füßen verliert und endlich ihr Leben meistern kann. Albert Wegelin erinnert an Hermann Melvilles Bartleby und sein «Ich möchte lieber nicht» und wird doch ohne sein Zutun plötzlich ein mutiger Wut-Bürger. Der fette Karl Klotz ist in eine schwerelose Seiltänzerin verliebt. Herr Kleinmann, Bumke, Mo und Po. Die Figuren, die der Autor Lukas Linder erschafft, verlassen einen nicht mehr, wenn man ihnen erst einmal in einem seiner Texte begegnet ist. So auch Heinrich Walter Nichts.

Also eigentlich heißt er Heinrich Walter Frank. Und er ist Boxer. Genannt «Die Nase». Zumindest am Beginn der Geschichte, die Lukas Linder in seinem Stück «Die zweieinhalb Leben des Heinrich Walter Nichts», das am Schauspiel Leipzig seine Uraufführung erleben wird, erzählt. Wie es dazu kam, lässt uns der Autor in Rückblenden nachvollziehen, von seiner Kindheit an.

Der kleine Heinrich Walter Frank ist ein Außenseiter. Selbst sein Schatten sitzt geknickt in der Ecke, wenn wieder einmal jemand auf ihn eingeprügelt hat. Auf Anraten besorgter Lehrer versucht sein verschrobener Vater, ihm zu ein wenig Gesellschaft zu verhelfen. Doch das ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 187
von Esther Holland-Merten

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