So gehen die Griechen

Lösch nach Homer «Die Odyssee oder Lustig ist das Zigeunerleben»

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Ob Segelturn, Tennisdress oder Götterolymp: Wer etwas auf sich hält, kommt gerne in Weiß daher. Auch diese Sechsergruppe (Axel Holst, Jan Jaroszek, Ines Krug, Thomas Meczele, Stephanie Schönfeld, David Simon) trägt weißglänzende Satinanzüge und platinblonde Rockstar-Perücken sowie ein triumphal-dümmliches Grinsen. Schmatzend macht sie sich an einer großen weißen Tafel über blutige Steaks und Rotwein her und posaunt selbstgefällig heraus, was sie für gesellschaftsrelevant hält («die humanistische Tradition!», «den Umgang mit dem Dritten Reich!»).

Die hyperbolisch «Weißen» sind in Volker Löschs Inszenierung am Schauspiel Essen die Vertreter der europäischen Zivilisation – zu Homers Zeiten wie heute.

Anhand der Odyssee, die schon in der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 als Großprojekt zur euro­päischen Identitätssuche dienen sollte, führt Volker Lösch in seiner Eröffnungspremiere am Schauspiel Essen die bis heute wirksamen Aus- und Abgrenzungspraktiken westlicher Gesellschaften vor. Denn in dieser «Urgeschichte bürgerlicher Subjektivität» (Horkheimer/Adorno) erlernen Odysseus und Co. während ihrer zehnjährigen Irrfahrt nicht nur Selbstbeherrschung, Rationalität und Opferbereitschaft, ...

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Theater heute November 2014
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Natalie Bloch

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