Die Kraft der großen Erzählungen

Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler über die Funktion von Mythen, die weithin mythenarme Bundesrepublik, das doppelte Problem von ’89 und warum dem alten Europa keine Werbekampagnen helfen

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Theater heute Ob «Baader Meinhof Komplex» oder «Operation Walküre», ob Armin Petras’ «Rummelplatz» oder Volker Löschs «Wunde Dresden» – Filme und Theaterinszenierungen fangen wieder an, deutsche Geschichten, deutsche Geschichte zu erzählen. Wenn man begriffstechnisch etwas höher greift, kann man übergreifende histo­ri­sche Großerzählungen auch Mythen nennen. Herr Professor Münkler, Sie haben gerade ein großes Buch über «Die Deutschen und ihre Mythen» vorgelegt, in dem es um diese Schnittstelle von Geschichte und Erzählung geht.

Was sind Mythen, und wozu brauchen wir sie?

Herfried Münkler Mythen erzählen historische Ereignisse und litera­rische Stoffe in der Regel in einer wenig komplizierten Weise nach. Sie vereindeutigen dabei, und sie nehmen Bezug sowohl auf Geschichte als auch auf Literatur. Im Fall der politischen Mythen dienen sie zum Zweck der Identitätsstiftung eines Gemeinwesens, eines politischen Verbandes, aber darüber hinaus dienen sie als Orientierung für die Zukunft, schaffen also Vertrauen und Zutrauen, dass die bevorstehenden Aufgaben gemeistert werden können.

TH Ein bisschen zugespitzt könnte man auch von nationaler Sinnstiftung sprechen.

Münkler Das kann so sein, ...

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Theater heute April 2009
Rubrik: Deutschland, Deine Mythen, Seite 4
von Eva Behrendt, Franz Wille

Vergriffen
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