Ein Toter unterm Linoleum
Spröder kann ein Titel nicht sein. Aber natürlich versteckt sich darunter eine Idee, genauer gesagt: unter dem Linoleum ein Toter. Gespielt von einem lebendigen Schauspieler (Ulrich Haß); fast unmerklich hebt sich die Bauchdecke, zuckt eine Wimper.
Irgendwann, viel später, wird der Tote nicht wirklich überraschend zu sprechen anfangen, vorerst aber, von den Freunden Nikolai und Andrej beim Renovieren ihrer neuen Wohnung unterm Fußboden hervorgezogen, ist er nur bleich und ziemlich überzeugend tot, und der in vier Akte zergliederte Plot dreht sich schwanktechnisch um die Frage: Wohin mit der Leiche – und wem gehört sie eigentlich? Der Vermieter, Igor Igorjewitsch, taucht auf, man präsentiert ihm den Toten als lebendigen, wenn auch kranken Bruder, der sich nur mal «flachgemacht» hat; eine Hochzeitsgesellschaft platzt herein, entführt den Toten und setzt ihn prominent an die Festtafel, wo er regelmäßig mit dem Schädel auf den Teller sackt; später wird er, das Weinglas in der kalten Hand, zurückentführt, jemand kommt auf die abstruse Idee, sich zum Flughafen zu begeben und die Leiche vor ein startendes Flugzeug zu werfen …
Warum sie den Toten nicht einfach zur Polizei oder in ein ...
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