Der große Kommunikator
Auf die Frage, ob er in Heidelberg länger als in Tübingen verweilen würde, meinte Peter Spuhler zu Beginn seiner Intendanz, das sei er schließlich seinem guten Ruf schuldig. Denn in Tübingen, der Station zuvor, war er nur drei Jahre geblieben. In Heidelberg sind es sechs Jahre geworden, und Spuhler muss nicht fürchten, als flatterhaft zu gelten, obwohl er weiterhin zu den schnellsten Intendanten Deutschlands zählt. Gerade erklimmt er die nächste Stufe auf der Baden-Württembergischen Karriereleiter und übernimmt das Karlsruher Staatstheater.
Man darf davon ausgehen, dass die Karlsruher ihren neuen Intendanten bereits kennenlernen durften, ist er doch einer, der bedingungslos charmant das direkte Gespräch sucht. In Heidelberg war Peter Spuhler gerade wegen dieser Eigenschaft so erfolgreich. Bevor das neue Team startete, hatten sich die Kommune und das Theater auseinandergelebt. Nach sechs Jahren Spuhler-Intendanz und dessen unermüdlichem Dienst am Kunden ist die Beziehung wieder intakt. Mehr noch: Die Heidelberger lieben ihr Theater inzwischen so heftig, dass etwas mehr kritische Distanz und die Frage angebracht wäre, welche künstlerische Weichenstellung unter Umständen nicht mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2011
Rubrik: Bilanzen, Seite 69
von Jürgen Berger
Augsburg, Theater
Kasse: 08 21/324 49 00
25.9. Hensel, Welche Droge passt zu mir?
R. Fabian Alder
Basel, Theater
Kasse: 00 41/61/295 11 33
15.9. Kelly, Die Götter weinen (DE)
R. Elias Perrig
16.9. Shakespeare/Purcell, Hush, no more
R. Corinna von Rad
23.9. Ibsen, Ein Volksfeind
R. Simon Solberg
Berlin, Ballhaus Naunynstrasse
Tel.: 030/75 45 37 25
...
Juni 2010, «Der nackte Wahnsinn» von Michael Frayn, Premiere. Zweiter Akt, das Publikum sitzt auf der Bühne und blickt – immer dann, wenn die Türen in diesem Türenstück sich öffnen – von hinten durch die Bühne auf der Bühne in den leeren Zuschauerraum. Da sitzt ganz allein, als einzige Zuschauerin des Stücks im Stück, die Intendantin und Regisseurin des Abends. Die...
Es ist schon zum Kotzen, viel zu jung zu sterben. Schlimm ist, dass man überhaupt stirbt, aber das Allerschlimmste ist, zu früh zu sterben, sagte man schon zu den Zeiten Homers. Es gibt aber auch fast schon genauso lange die erschreckende Gegenthese, die Nietzsche dem Begleiter des Dionysos, dem weisen Silen, in den Mund gelegt hat: «Das Beste ist für dich...
