Die letzte Sekunde des Johan Faust

Islands Vesturport Theatre Company um Gisli Örn Gardarsson schlägt aus Goethe mehr als nur zirzensische Funken

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Doch, das sieht schon verdammt cool aus: Die Bühne soll ein Altersheim darstellen, wirkt aber dank der Rundum-Vergitterung wie die Hochsicherheitszelle für den Joker im Batman-Film «The Dark Knight». Dementsprechend scheint Mephisto in den Schminktopf von Heath Ledger gefallen zu sein, wenn er pferdefußschlurfend mit punkrockerstrubbeligem Blondschopf über die Bühne tobt.

Und über die Zuschauerköpfe ist ein riesiges Sicherheitsnetz gespannt, das immer wieder bedrohlich nach unten saust, wenn einer von Me­phistos Mitteufeln oder der Meister selbst mit Anlauf hineinspringt, donnernd untermalt vom Soundtrack des Düsterrock-Gespanns Nick Cave und Warren Ellis.

Freilich, mit weniger Spektakel hätte der isländische Theatermacher Gisli Örn Gardarsson wahrscheinlich gar nicht erst antreten dürfen. Schließlich hat der ehemalige Profiturner seine Vesturport Theatre Company 2003 mit einer Trampolin-und-Trapez-Version von «Romeo und Julia» in die Theaterlandschaft katapultiert. So weit, so flott also – doch wo ist nun Faust? Und vor allem «Faust»?


    Faust im Seniorenheim

Schließlich heißt es im Programmheft der mitproduzierenden Ludwigshafener Festspiele, die Inszenierung gehe «dem Kern der ...

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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Andreas Jüttner

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