Variationen der Verzweiflung
Ist die globale Streitkultur mittlerweile in der Dekadenzepoche der Argumente angekommen? Jeder Manager spricht heute über die Verantwortung der Konzerne, Aktivisten erkennen an, dass Sweatshops nicht nur Ausbeutung sind, sondern auch Entwicklung fördern. Konsens ist ausdrücklich erwünscht, sanfte Maßnahmen werden bevorzugt, Standpunkte sind verhandelbar. Das Merkel-Prinzip «energisch lauwarm» hat uns fest im Griff.
Nur ein Thema erhitzt noch gelegentlich die Gemüter: Afrika.
Muss, soll, darf, kann die westliche Welt den afrikanischen Staaten helfen, oder verschlimmert die Zuwendung der reichen Länder nicht eher die dortigen Zustände und Unrechtssysteme? Über diese Frage zerstreiten sich Freunde, beschimpfen sich wechselseitig als Zyniker oder naiv, und manchmal kommen hier auch Schlagworte und Stimmungsmacher aus der Mottenkiste der ideologischen Anschauungskämpfe wieder in Gebrauch. Imperialismus und Kolonialismus zum Beispiel, gerne mit der Vorsilbe Neo; oder mit den Attributen böse, verbrecherisch, verlogen und eurozentristisch.
Nachrichten über Hunger, Genozide und Aids ergreifen mitfühlende Menschen und fördern Hilfsbereitschaft. Kritische Artikel über die Verlängerung von ...
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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Stück des Monats, Seite 16
von Till Briegleb
Fernsehen
Dienstag, 1.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Maxim Gorki Theater Berlin – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von Niels Negendank
19.30, Theaterkanal: Ursula Werner, Protagonistin des Gorki Theaters, im Gespräch
22.25, 3sat: FOYER – Das Theatermagazin mit Esther Schweins
Mittwoch, 2.
12.15, Theaterkanal: Woyzeck – von Büchner, mit Bernd...
Im Sprechtheater wird traditionell viel geredet, oft zu viel. Aber dann fallen plötzlich Sätze, die ganze Romane überflüssig machen. «Ihr könnts euch nicht leisten, den Mut zu verlieren, ihr könnts euch einfach nicht leisten», ist so ein Satz. Genau genommen bedeutet das: Depression ist Luxus. Soweit muss man erst mal kommen. Wenn der Satz fällt, sind in John...
Im Verlauf von Volker Löschs gewohnt freier Wedekind-Adaption «Lulu – Die Nuttenrepublik» an der Berliner Schaubühne ertappt man sich bei dem kuriosen Gedanken, beruflich womöglich aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Oder, koketter formuliert, sich selbst als Pferdchen ins falsche Rennen geschickt zu haben. Das älteste Gewerbe der Welt, aus dessen Nähkästchen ein...
