Nichts zu lachen
Der Regisseur Antonio Latella inszeniert zum dritten Mal in Köln. Seit diesem Jahr leitet
er gleichzeitig ein Theater in Neapel und versucht dort, seine deutschen Erfahrungen mit dem Repertoirebetrieb umzusetzen. Mit sechs italienischen und sechs deutschen Schauspielern und seinem Dramaturgen Federico Bellini hat er nun ein knapp dreistündiges Mafia-Spektakel in Köln erarbeitet.
Warum in Köln? «Um Distanz zu uns selbst zu finden», erklären die Neapolitaner auf der Bühne.
Zuzusehen, wie die Italiener Distanz zu sich gewinnen, indem sie uns die Mafia erklären, könnte auch für Kölner Zuschauer interessant werden – dachte man. Aber der Abend versandet zwischen hohler Didaktik und sinnloser Albernheit und verendet trotz hoch-gerüsteter Methodik in gefährlichen Vereinfachungen.
Er beginnt mit der Verlesung eines länglichen Zeitungsartikels Roberto Savianos, der auch im Programmheft abgedruckt ist – Nachhilfe für die Lesemüden. So antitheatralisch wagte auch das Dokumentartheater der 60er Jahre nicht einzusteigen, und die neueren Erforscher des Verhältnisses von Theater und Wirklichkeit spielen ja viel subtiler mit deren Grenzen. Nach einer Art computergestützter Präsentation über Geschichte ...
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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Chronik, Seite 75
von Gerhard Preusser
Klaus Dermutz Sie haben Anfang, Mitte der 90er Jahre einige Zeit in Deutschland gelebt und eine Prägung durch das deutsche Theater erhalten. Welche Theateraufführungen haben Sie gesehen?
Akira Takayama Eine der ersten Aufführungen, die ich in Deutschland gesehen habe, war Peter Brooks «Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte». Diese Inszenierung war...
Glühlämpchen blinken, die Bodengoldfolie glitzert, der Vorhang spannt sich rot und weiß – eine breit gestreifte Beleidigung für jedes Auge, ausgenommen Freunde der Baumarktmarkise. Ein Theaterstück, das freiwillig in so einem Ambiente spielt, das kann nur schrecklich oder schrecklich lustig sein. Ausgenommen ein Stück von René Pollesch. Das ist dann schrecklich...
Montag, 1.8.
22.25, ZDFkultur: Gero von Boehm begegnet: Romy Haag (vgl. TH 6 + 13/1978)
0.05, ZDFkultur: Theaterlandschaften – Neue Bühne Senftenberg – vorgestellt von Esther Schweins (vgl. TH 13/2005)
5.55, ZDFkultur: Überall ist Süden – Die Wirklichkeiten des Tennessee Williams – Film von Herbert Krill
Dienstag, 2.8.
15.10, ZDFkultur: Faust I – Der Tragödie erster...
