Wer ist Wir?

Ein Gespräch mit dem japanischen Theatermacher Akira Takayma über deutsches Theater, die Tsunamikatastrophe und sein neues Projekt

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Klaus Dermutz Sie haben Anfang, Mitte der 90er Jahre einige Zeit in Deutschland gelebt und eine Prägung durch das deutsche Theater erhalten. Welche Theateraufführungen haben Sie gesehen?

Akira Takayama Eine der ersten Aufführungen, die ich in Deutschland gesehen habe, war Peter Brooks «Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte». Diese Inszenierung war sehr, sehr interessant. Es war die Erfahrung, Zuschauer zu sein. Sie steht am Anfang meiner Theaterarbeit.

Die Rolle des Zuschauers, die Wahrnehmung mit meinem eigenen Körper, ist meine einzige Waffe – mit ihr wollte ich von Null an meine Theaterarbeit beginnen.

KD Können Sie Ihre Erfahrung als Zuschauer bei der erwähnten Brook-Inszenierung noch genauer beschreiben?

Takayama Als ich dieses Stück sah, hatte ich die sehr starke Erfahrung, dass auch ich hier bin, genauso wie die Menschen auf der Bühne und die anderen Zuschauer um mich herum. Entscheidend war, dass ich von dem Geschehen auf der Bühne nicht total aufgesaugt wurde. Natürlich kann ich mich sehr genau auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren, aber ich habe mich trotzdem noch selbst als Körper wahrgenommen. Wichtiger noch als der Inhalt war mir die Wachheit, die ...

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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Akteure, Seite 62
von

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