Rewind Glückseligkeit
Es gibt von Blinden, Toten und Herzlosen zu berichten. Von Kitsch und Kunst und einem Off-Space dazwischen. Von Spanien, England und der Schweiz. Und vor allem andern: von der Liebe. Irm Hermann und Robert Hunger-Bühler lieben sich zum Beispiel. Wer hätte das gedacht! Sie lieben sich mit einer derart von innen heraus leuchtenden Altersheiterkeit, dass einem beim Zuschauen für einen Moment ganz leicht und anmutig ums Herz wird.
Es ist ein sehr sehr kurzer, wortloser Moment, da dieses reine Weihnachtskerzlein der Liebe auf der Bühne scheint, nur so ein Aneinanderlehnen von Schultern und ein Lächeln, und nein, das ist tatsächlich nicht kitschig, sondern einfach nur schön, und nach so einem Moment muss man im Schauspiel zwanzig Jahre lang oder noch viel länger suchen.
Irm Hermann und Robert Hunger-Bühler sind so dermaßen glücklich ineinander verliebt, weil sie blind sind. (Obwohl, wenn sie sich sehen könnten, wären sie es gewiss auch. Robert Hunger-Bühler ist ja kein Übler, und Irm Hermann versprüht eine Art rotwangiger Backfisch-Allüre, die ganz hinreißend ist.) Weil sie sich in einer Welt der ungetrübten Innigkeit verpuppt haben. Weil sie keine Sehnsucht nach einem besseren Zustand ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die eine wettert gegen «die Schwuchteln», «Scheißisrael» und «bürgerliche Pornoschlampen». Der nächsten sind «die toleranten Arschlecker» ein «Gräuel». Auch die Dritte hat «knallharte Ansichten: Es lebe der Gottesstaat! Es lebe der islamische Kampf im Irak und in Palästina! Amerika ist der Große Teufel!». Die zum Islam konvertierte Deutsche hält nichts von...
Alles Große am neuen, zweiten Band der nachlässig dahingeplapperten autobiografischen Lebenssaga des Peter Zadek, mit dem wir den achtzigsten Geburtstag im Mai begehen werden, ist eigentlich völlig unerträglich. Das dürfte einem Künstler von Zadeks Format gefallen, schon weil es seinen gottgleichen Status festigt. Die Götter haben ihre Menschenkinder immer bestraft...
Camouflage. Na, Liebchen, «Die Position der Kritik», das jetzt von «Theater heute» war doch immer auch Dein Problem, wenn Du mitgefahren bist, und gereist bist Du ja für Dein Leben gern, war Deine Frage nach wieder mal einem Abend in so einem Theaterhaus, irgendwo zwischen Hamburg und Wien, Berlin und Oldenburg (doch, Lob den Provinzen, in den Radfahrerstädten...
