Showmasters of the Universe
Und einmal ist doch Schluss mit lustig. Schluss mit Blindsein. Schluss mit so tun als ob. Clov reicht es. Der Diener, der eine altgediente Ehefrau ist, verliert die Nerven und die Spielcontenance und schlägt zu: Die spiegelnde Sonnenbrille fliegt Hamm vom Gesicht, und dahinter ist der Blick: der Matthes-Blick, nackt, stier, angstge-peinigt. Und der Schrei: «Lass uns aufhören zu spielen!»
Das aber geht gar nicht. Da wäre nicht nur Schluss mit lustig, es wäre das Ende des Abends, der noch ein Weilchen weitergehen muss, um Becketts «Endspiel» an sein Ende zu bringen.
Das natürlich kein Ende sein kann, sondern die endlosen drei Pünktchen einer sinnlos verspielten Ewigkeit. Also setzt Clov Hamm die Brille wieder auf die Nase, und sie machen weiter, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Jan Bosse hat auf der großen Bühne des Deutschen Theaters Becketts Spielvorlage erst einmal gründlich entrümpelt: Die Mülleimer Nells und Naggs, Beckett-Ikonen wie der Godot-Baum, sind samt ihrer Bewohner weggeräumt, kein Fenster deutet ein Außen an. Clov und Hamm sind ganz allein und gefangen in einem Unraum (Stephane Laimé): eine hölzerne Schräge, die im schwarzen Nichts schwebt und von der kein Entkommen ist. Der ...
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