Mit dem Golfball durch die Wand
Die Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. In der Wand klafft ein riesiges Loch, dahinter steht ein Mann mit Golfschläger. Vor der Wand seine Frau, einen Golfball im Mund. Sie: «Du spinnst wohl!» Er: «Das wollte ich nicht.» Blackout. Soweit in voller Länge die kürzeste jener 52 Szenen, aus denen Andrea Breths Minidramencollage «Zwischenfälle» im Akademietheater zusammengesetzt ist. Sie ist symptomatisch für den ganzen Abend: kleine Ursache, große Wirkung.
Das absurde Theater wird hier serienweise auf den Punkt gebracht: Man muss nur einen Schritt neben die Norm setzen – und schon versteht man die Welt nicht mehr.
Ein Mann bittet einen Fremden, ihn in den Hintern treten zu dürfen («Was würde mich das kosten?»). Ein anderer liegt, einfach so, auf dem Flur herum («Ich ruhe mich aus»), sodass die übrigen Hausbewohner gezwungen sind, über ihn zu steigen. Wieder ein anderer Mann wartet vor der Tür auf seine Frau, während ein Unbekannter in einer unverständlichen Sprache gnadenlos auf ihn einquasselt – und am Ende in der Wohnung verschwindet. Eine schüchterne Braut telefoniert während (!) der Hochzeitsnacht mit ihrer Mutter. Und so weiter, und so fort.
«Szenen von ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 34
von Wolfgang Kralicek
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