Eine moralische Anstalt
Wer je in einem Flugzeug saß, das vom Blitz getroffen wurde, weiß, wie es knallt. Ein Faraday-Käfig ist eine geschlossene Hülle, in der man sich unversehrt durch Gewitter und Blitz bewegen kann. Das ist eine schöne Namensmetapher für Künstler, die sich am liebsten in den Hauptelektrizitätsfeldern der Gegenwart aufhalten. «Far A Day Cage will nicht moralisch sein, aber trotzdem die Welt verbessern», deklariert die Truppe, merkbar unter Eigenspannung, und: «Far A Day Cage ist kritisch, aber auch selbstkritisch, ironisch und lacht oft über sich selbst. Far A Day Cage ist Kunst.
Far A Day Cage ist Business. Far A Day Cage ist Familie.»
Vom «Oneweekstand» zu «MyState»
Far a day, auseinander buchstabiert, weist allerdings auch weiter, nämlich in die fernen Tage der Utopie; und John Cage war jener Komponist, der wie kein zweiter dem Zufall seinen Platz in der Kunst angewiesen hat. Nicht wenig an Physik, Ästhetik und Methodik also, was sich die Truppe um Regisseur Tomas Schweigen aufs Banner geschrieben hat. An der Zürcher Hochschule der Künste fanden sie sich, seit 2004 haben sie sich, ausgehend vom Theaterhaus Gessnerallee und mit Auftritten bei den einschlägigen Festivals, vom ...
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Normalerweise münden die seltenen Theaterbesuche mit meinem Vater direkt in die Regietheaterdebatte. Er findet es schrecklich, dass Theatermacher nicht mehr nach der Intention des Autors suchen, sondern ihre eigene Sicht (die im Wesentlichen aus brüllenden Nackten besteht) fremden Texten überstülpen. Ich dagegen finde es schrecklich, dass er seine pauschale...
Natürlich sind wir Kulturkonsumenten politisch wahnsinnig gebildete Zeitgenossen. Sobald es allerdings um etwas mehr als die (griechische) Staatspleite oder Guido Westerwelles Vorstellungen von «spätrömischer Dekadenz» geht, können sich durchaus Wissenslücken auftun. Wieso bissen sich zum Beispiel Nikita Chruschtschow und Walter Ulbricht bei ihrem Treffen am 1....
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